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Debatte um Fahrtauglichkeitstests für ältere Autofahrer in Rheinland-Pfalz

Debatte um Fahrtauglichkeitstests für ältere Autofahrer in Rheinland-Pfalz

Nach einem Autounfall, den eine 80-Jährige in Wuppertal verursachte, schlagen die Grünen im Land verpflichtende Fahrtests für Autofahrer vor, für Senioren und besonders auffällige Verkehrsteilnehmer in kürzeren Abständen. Obwohl auch Ärzte Gesundheitschecks befürworten, lehnt Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) solche Ideen ab.

Wie fahrtüchtig sind ältere Menschen? Über diese Frage ist eine heftige Debatte entbrannt. Nach einem Unfall mit zwölf Verletzten, den eine Rentnerin ausgelöst hatte, fordern die Grünen verbindliche Kontrollen. "Denkbar wären Tests alle zehn Jahre für alle Autofahrer, die bei Auffälligkeiten oder im hohen Alter verkürzt werden könnten", sagt Daniel Köbler, Fraktionschef im Landtag. Der Alltag auf den Straßen zeige, dass sich mit zeitlichem Abstand zur Führerscheinprüfung "immer mehr Fehler und Nachlässigkeiten einschleichen".

Auch Ärzte diskutieren über Gesundheitsprüfungen. So hieß es bei einer Tagung mit 400 Verkehrsmedizinern in Hamburg, Senioren hätten oft Sehbeschwerden, nähmen viele Medikamente oder litten an Diabetes.

Eine Zunahme von Verkehrsunfällen unter Beteiligung älterer Menschen ist im Bereich des Polizeipräsidiums Trier aber nicht feststellbar. "Keine Auffälligkeiten", heißt es auf Anfrage des Volksfreunds. Im Fünfjahresvergleich sei die Zahl leicht rückläufig: "Mehr ältere Menschen nehmen am Straßenverkehr teil, sind aber an weniger Unfällen beteiligt." Die Öffentlichkeit werde seit Jahren für Sicherheit im Verkehr sensibilisiert.

Vor diesem Hintergrund stößt die Idee der Grünen im Land beim Koalitionspartner SPD auf wenig Gegenliebe. Landesverkehrsminister Roger Lewentz (SPD) sagt dem Volksfreund: "Senioren sind nicht derart signifikant in den Unfallstatistiken auffällig, dass ein verpflichtender Fahrtest im Sinne eines Eignungstests vertretbar wäre."

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) winkt ebenfalls ab. Er setzt auf freiwillige Lösungen und die Hausärzte. Autoclubs wie der ADAC bieten in vielen Städten kostenlos Fahrtests an.

2013 tritt eine neue EU-Richtlinie in Kraft. Sie begrenzt die Gültigkeit des Führerscheins auf 15 Jahre (LKW: fünf Jahre). Wer sie verlängern will, muss einen Gesundheitscheck machen. Sehtests und Erste-Hilfe-Kurse alle zehn Jahre sollen verpflichtend sein. Allerdings setzen EU-Staaten die Richtlinie unterschiedlich um. Was Deutschland daraus macht, ist noch unklar.