Das Auto der Zukunft

3000 Kilometer soll "ProTRon" in diesem Jahr beim europäischen Eco-Marathon der Firma Shell im südfranzösischen Nogaro fahren. Mit Treibstoff, der umgerechnet einem Liter Super Benzin entspricht. Die Studenten der Fachhochschule, die den Prototypen des Energiespar-Fahrzeuges entwickelt haben, tüfteln an dessen Effizienz.

Trier. Ohne Unterlass dreht "ProTRon" in der Arena seine Runden. Der Testlauf ist wichtig für die Arbeit des Teams aus 30 Fachhochschul-Studenten aus vier Fachbereichen, die das Fahrzeug in interdisziplinärer und engagierter Projektarbeit geplant, entwickelt, gebaut und zum Laufen gebracht haben. So können die beste Fahrstrategie erprobt und eventuelle Schwierigkeiten erkannt werden. "ProTRon" heißt das ergonomische und effiziente Auto der Zukunft, das aussieht wie eine futuristische Seifenkiste, in der allerdings viel Know-How, Technik und Wissenschaft steckt.Angetrieben wird der Elek tromotor mit einer Brennstoffzelle auf Wasserstoffbasis. Der windschnittige Korpus besteht aus Kohlefaser. Während "ProTRon" noch 63 Kilogramm auf die Waage brachte, wiegt das Nachfolge-Modell nur noch 40 Kilo. Nur 40 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit

Auch die Luft- und Radwiderstände wurden optimiert und die Arbeit an Luftversorgung, Kühlung und Regelungstechnik läuft auf Hochtouren. Zwar ist "ProTRon" im Vergleich zu anderen Straßenflitzern eher eine Schnecke, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 40 Stundenkilometern. "Aber es geht nicht um besonders schnelles, sondern um effizientes Fahren", erklärt Maschinenbaustudent Ulrich Wohner (27)."Die Studenten arbeiten sehr selbstständig und treffen Entscheidungen zu 70 Prozent eigenverantwortlich", sagt Matthias Scherer, Professor für Elek trotechnik und Berater des "ProTRon"-Teams. "An diesem Projekt im Laufe des Studiums mit zu arbeiten, erfordert, viel Zeit und Kraft zu investieren, ist aber auch eine gute Empfehlung für spätere Arbeitgeber."Auf Erfolge kann das "ProTRon"-Team bereits verweisen. In der Kategorie Forschung haben die Studenten beim rheinland-pfälzischen Zukunftsradar den ersten Preis gewonnen. Im vergangenen Jahr nahmen sie zum ersten Mal am Eco-Marathon in Südfrankreich teil. Dort legten sie mit einem Liter Treibstoff 1800 Kilometer zurück. Ergebnis war der zwölfte Platz in der Gesamtwertung von 260 teilnehmenden Gruppen und Rang fünf unter den wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen. Daran wollen die Tüftler in diesem Jahr vom 22. bis 24. Mai feilen und die 3000er-Marke knacken. "Sicherlich ist es Zukunftsmusik, dass dieses Fahrzeug so auf den Straßen fahren kann. Aber wir wollen zeigen, wozu die Technik momentan im Stande ist, und einzelne Komponenten könnten auch jetzt schon in Serie hergestellt werden", sagt Wohner. Das Team "ProTRon" sucht Sponsoren. Wer die Studenten unterstützen will, schreibt eine E-Mail an info@ eco-team@fh-trier.de oder ruft an unter der Telefonnummer 0651/8103-210.