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Ein farbenfrohes Leben zwischen Uni und Atelier

Ein farbenfrohes Leben zwischen Uni und Atelier

Seit Kindheitstagen spielen Farben im Leben von Petra Kohns-Merges eine wichtige Rolle. Während sie malt, lässt sie Inneres sichtbar werden. Nun hat die in Farschweiler lebende Künstlerin in der Trierer Engelstraße ein Atelier eingerichtet.

Petra Kohns-Merges hat auf ihr Bauchgefühl gehört, als sie das erste Mal den großen, hellen Raum in der Engelstraße betrat. "Das ist er", wusste die 50-Jährige, Kurzhaarschnitt, bunte Brille, sofort. Seit Anfang Februar malt sie nun in ihrem Trierer Atelier, eingebettet in die Nachbarschaft weiterer Künstler. Selbstgemalte Werke schmücken die Wände. Wenn Kohns-Merges die Schranktür aufschiebt, offenbaren sich weitere Schätze: Bilder in Acryl und Tusche - darunter viele Porträts.

Die gebürtige Triererin, die in Farschweiler (Verbandsgemeinde Ruwer) lebt, führt ein berufliches Doppelleben: Halbtags arbeitet sie als Sekretärin an der Uni Trier, danach taucht sie drei Mal in der Woche in ihr Atelier ab. Von Kindesbeinen an hätten ihr das Malen und Zeichnen sowie Farben viel bedeutet, erzählt sie. Die Farbe Rot habe es ihr besonders angetan. Als Kind hatte sie einen roten Schulranzen, auch die Schultüte war rot. "Ich brauche immer ein Stück Rot in meinem Leben", sagt Petra Kohns-Merges. Ein ganzes Jahr lang hat sie ausschließlich Bilder in Rottönen gemalt.

Sie experimentiert leidenschaftlich gern. Dies spiegelt sich in ihren meist abstrakten Arbeiten wider. Wenn sie an der Staffelei steht, dann lässt sie ihre Gefühle einfach laufen, wie sie sagt. "Ich will mich von innen heraus ausdrücken." Oder mit den Worten auf ihrem Flyer: "Die Kunst der Kunst ist es, das Innere mit Farbe sichtbar zu machen."
Ab April bietet sie Afterwork-Painting (übersetzt: Malen nach der Arbeit) an. Die Idee: "Die Leute lassen das raus, was sie möchten", sagt Petra Kohns-Merges. In ihrem Atelier könnten sie ihr durchstrukturiertes Leben loslassen. Sie gebe bewusst keine Anleitungen, den Pinsel so und so zu schieben oder dieses und jenes Blümchen abzumalen. Ihr Anliegen sei es, die Menschen vom Druck wegzulotsen, hin zum Wohlfühlen und Kreativsein.

Auch die Bildbesprechung mit Kohns-Merges ist eigen. "Es geht nie um Wertung, sondern drum, wie habe ich mich dabei gefühlt, während das Bild entstanden ist", erklärt sie. Ihr Atelier sei ein wertefreier Raum. Seit 2011 präsentiert die Künstlerin ihre Werke in Ausstellungen meist in der Region, Luxemburg und Frankreich. In ihrem ART Atelier PeKoMe in Trier können sich Interessierte ein Bild von der Künstlerin und ihren Werken machen.

kunst-pekome.de