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Geheimnisse der Spätromantik

Geheimnisse der Spätromantik

Das stattliche "Haus Briel" in der Ehranger Niederstraße stammt aus dem Mittelalter. Eigentümer Pasquale Buccio hat den Originalbestand restauriert. Die Handwerkskammer zeichnete ihn dafür mit dem Denkmalpflegepreis aus (der TV berichtete).

Trier-Ehrang. (QO) Lichtdurchflutet, mit weichen Linien und individuellen Details präsentiert sich das "Haus Briel" im Ehranger Ortszentrum, benannt nach der Metzgerei, die es mehr als 150 Jahre lang beherbergt hatte. Rundbögen, gekalkte Wände und Kölner Decken prägen das Erdgeschoss, Wandmalereien aus der Renaissance und alte Holzdielen, Eichenbalken und Türen die oberen Geschosse. Alte Möbel und dekorative Gegenstände tragen zum Flair des Hauses bei. Besonders beeindruckend ist etwa die Jahrhunderte alte, offenbar jesuitische Wandmalerei im ersten Stock oder der in der Region einmalige Sockelfries mit Malereien aus Norditalien.Gerne wüsste Eigentümer Pasquale Buccio mehr über die Geschichte des Hauses. "Es war etwas Besonderes, es lag hier direkt an einer wichtigen Kreuzung. Es muss zumindest eine Zeit lang sakral genutzt worden sein." Der erste Besitzer namens Lorscheid sei in der Chronik erwähnt.Zwölf Jahre ist es her, dass Ulrike und Pasquale Buccio das damals renovierungsbedürftige Gebäude erstmals betreten haben. "Ich hab' die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen", erinnert sich Ulrike Buccio lachend. Ihr Mann, Meister und Restaurator im Stuckateurhandwerk, erkannte das Potenzial des Gebäudes in der Niederstraße. "Man braucht viel Ehrgeiz und Liebe zum Objekt", sagt er. "Auf Zeit und Geld darf man nicht gucken." Deckenbalken und Böden seien damals teilweise morsch gewesen, die Außenwände nach außen gebeugt. "Es war mein Ziel, alles zu erhalten und zu sichern", sagt Pasquale Buccio. Edle, fast 200 Jahre alte vergoldete Tapeten habe er entfernen und die uralten Bodendielen mühsam von Teer und Bohnerwachs befreien müssen. Auch die Statik des Hauses musste sichergestellt werden.