Instandhaltungsarbeiten an der Konstantin-Basilika verlaufen nach Plan

Unesco-Weltkulturerebe : Konstantin-Basilika – Alles im Lot auf Triers höchster Baustelle

Instandhaltungsarbeiten an der Konstantin-Basilika verlaufen nach Plan. Handwerker sollen Ende Oktober abrücken.

Beim Flachdach ist das Dach flach. Bei der Konstantin-Basilika nicht, auch wenn es vom Boden so aussieht. Dass es hinter der Traufe (in 30 Metern Höhe) noch fast zehn Meter weiter nach oben bis zur Firsthöhe von digital gemessenen 39,26 Metern geht, kann man gut vom Petrisberg oder anderen umliegenden Aussichtspunkten sehen – und derzeit aus unmittelbarer Nachbarschaft vom City-Skyliner.

Zu besonderen Anlässen dürfen derzeit Journalisten Konstantin direkt aufs Dach steigen. Am Freitagmorgen war so ein Anlass. Nach Reparatur und Neuverkleidung mit Blattgold in der Werkstatt von Restaurator Thomas Lutgen kehrte das Kreuz zurück, das weithin sichtbar zeigt: Der vor rund 1700 Jahren als Thronhalle römischer Kaiser errichtete Monumentalbau ist heute evangelische Kirche Zum Erlöser.

Und momentan Schauplatz umfassender Instandhaltungsarbeiten, wie die 73 Meter lange und 33 Meter breite Basilika komplett umhüllende Gerüst erahnen lässt. Diese imposante Konstruktion mit 16 (an der Giebelwand sogar 19) Etagen ermöglicht es, an sechs Gewerken gleichzeitig zu arbeiten. Es werden undichte Stellen am Dach repariert, beschädigte Ziegel ersetzt, die Blitzschutzanlage saniert, die Fensterrahmen gereinigt und originale römischen Putzreste und Malereien, die nur noch in den unteren Fenstern der Westfassade erhalten sind, konserviert. Auch der gemauerte Kaminkopf erfährt eine Runderneuerung.

„Das ist dank des Baugerüstes ein relativ einfaches Unterfangen“, sagt der mit diesem Job betraute Dieter Schmitt. „Ohne“ wäre es ziemlich schwierig, in gut 33 Meter Höhe zu operieren und überhaupt erst einmal dorthin zu kommen. Doch genau das soll in Zukunft auch ohne einen notgedrungen aufwendigen Gerüstbau möglich sein. Kernstück des laufenden Projekts ist die Montage eines Seilsicherungssystems nach alpinem Vorbild: Wenn in einigen Jahren wieder umfassende Dacharbeiten anstehen, dann können sich die Handwerker wie Bergsteiger mit ihren Sicherungsseilen einklinken.

Etwa die Hälfte der vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) Trier organisierten und mit 800 000 Euro veranschlagten Mission Instandhaltung ist geschafft. Brigitte Coen (Leiterin) und Hans Josef Weber vom LBB-Projektteam sind zufrieden mit dem Stand der Dinge: „Alles läuft nach Plan!“ Wenn weiterhin nichts dazwischen kommt, dann könnten die Handwerker Ende Oktober abrücken.

Das frisch auf dem Dach der Konstantin-Basilika angebrachte Seilsicherungssystem ermöglicht es, künftige Arbeiten auf dem fast 40 Meter hohen Gebäude ohne Gerüst auszuführen. Handwerker können sich dann wie Bergsteiger mit ihren Sicherungsseilen einklinken. Foto: Roland Morgen
„Läuft alles nach Plan!“: Hans Josef Weber und Brigitte Coen vom Landesbetrieb LBB sind zufrieden mit dem Stand der Dinge beim Basilika-Projekt. Foto: Roland Morgen

Bis auf die Gerüstbauer der Trierer Firma Trappen. Die werden dann noch einige Wochen damit beschäftigt sein, die insgesamt 110 Tonnen schwere Konstruktion in ihre Einzelteile zu zerlegen und abzutransportieren. Ab Advent dürfte wieder Ansichtskartenidylle herrschen.

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