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Joggen und Glauben im Alltag, 20. März

Glaube im Alltag : Joggen und Glauben

Seit ein paar Wochen gehe ich zum ersten Mal seit Jahren wieder regelmäßig joggen. Früher gehörte das Laufen mehr zu meinem Alltag. Aber auch da ging es immer nur in Wellenbewegungen: Mal bin ich wochenlang sehr regelmäßig gelaufen, merkte, wie ich die Strecken ausdehnen konnte und schneller unterwegs war.

Dann kam immer irgendwann ein Einschnitt, der die Regelmäßigkeit unterbrach: wenig Zeit, schlechtes Wetter, eine Krankheit oder Verletzung. Je länger die Unterbrechung, desto schwerer fiel es mir, wieder anzufangen. Mein innerer Schweinehund lässt sich leicht anfüttern und nur schwer überwinden.

Wenn ich dann wieder anfange mit dem Laufen, so wie jetzt, dann fühlt sich das gut an. Die Bewegung tut gut. Ich bekomme den Kopf ein bisschen frei dabei. Und: Meinem langsamen, aber leider stetigen Gewichtszuwachs kann ich so auch etwas entgegensetzen. Trotzdem fällt es mir so schwer, die Konstanz zu wahren. Kaum habe ich wieder mehr beruflich zu tun, fällt das Joggen wieder hinten runter. Die Gründe, die ich mir selber gebe, sind dabei – das weiß ich – eigentlich nur Ausreden.

Schon seltsam: obwohl mir etwas gut tut und wichtig für mich ist, suche und finde ich Ausreden, um es nicht zu tun.

Mit meinem Glauben geht es mir ein bisschen ähnlich – der verläuft auch wellenförmig: Mal empfinde ich eine enge Beziehung zu Jesus, fühle mich Gott ganz nah, dann wieder schaffe ich kaum das eigentlich ritualisierte Gebet. Auch hier gilt: Obwohl ich weiß, dass mir die Gottesbeziehung hilft und wertvoll ist, lasse ich sie oft genug schleifen und lasse zu, dass alles mögliche andere wichtiger wird.

Ich glaube, dass diese Wellenbewegungen normal sind. Vielen Menschen geht es ähnlich. Es ist nichts grundsätzlich Schlimmes.

Beim Joggen muss ich es allein aus eigener Kraft schaffen, mich immer wieder zu überwinden.

In meinem Glauben darf ich darauf vertrauen, dass es eben eine Beziehung ist mit zwei Partnern: Gott gibt sie nie auf und kommt immer wieder auf mich zu.