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Kunst für den Kopf und fürs Wohnzimmer

Kunst für den Kopf und fürs Wohnzimmer

Rund 50 Künstler aus der Großregion haben sich beim Markt der Künste in der Europäischen Kunstakademie (EKA) präsentiert. Nicht nur etablierte Künstler waren dabei, auch junge Talente nützten den Markt als Bühne, um mit zum Teil provokanten Werken zu punkten.

Trier. Notschalter ohne Knopf. Totenschädel mit roten Klebepunkten. Acrylbilder von Tieren und Landschaften. Das alles sind Kunstwerke, die beim Markt der Künste in der Europäischen Kunstakademie (EKA) gezielt provoziert oder einfach nur gefallen haben. Aufmerksamkeit haben sie alle auf sich gezogen. Das war vor neun Jahren Ziel der EKA, die Künstlern eine Plattform bietet, sich und ihre Werke zu präsentieren, und Kunstliebhabern ermöglicht, Künstler im direkten Kontakt kennenzulernen. Zwischen 700 bis 1000 Besucher konnten sich Arbeiten von rund 50 Künstlern aus der Großregion anschauen, verhandeln und Kunst fürs eigene Wohnzimmer kaufen.
Neben Landschaftsmalerei von Maler Mario Diaz Suarez (72) und Grafiken von Werner Persy (88) bekommen auch junge Künstler wie Laas Koehler (39) aus Berlin ihre Chance. Die EKA filtert bei der Anmeldung, der Mindestanspruch an Kunst muss erfüllt werden, Künstler können dann ihre Werke für 50 Euro Standgebühr zeigen. Das hat Koeh ler geschafft. Er lebt bereits seit fünf Jahren in Trier und macht Konzeptkunst: "Das ist Kunst für den Kopf", sagt Koehler. "Sämtliche Mittel und Techniken der Fotografie oder Zeichnung sind erlaubt, um Leute zum Nachdenken anzuregen. Und ich glaube, ich kann mit meinen Werken etwas Frische in die Sache bringen." Bekannt ist Koehler für seine roten Klebepunkte, die in Galerien eigentlich verkaufte Werke kennzeichnen. Selbstkritisch klebt er die Punkte beispielsweise auf einen Totenschädel. Was Betrachter damit assoziieren: Masern, Krankheit, Kunst und Geldgier. Sein knopfloser Notschalter mit dem Titel "Solidargemeinschaft" ist dagegen konkreter und bezieht sich auf die Griechenlanddebatte. "Kunst ist heutzutage hochgradig kompliziert geworden. Man muss ein Buch lesen, um Künstler verstehen zu können. Sobald der Titel da ist, kannst du mit der Zusatzinfo dechiffrieren und in alle Bereiche gehen. Bei solchen Ausstellungen ist gut, dass man sich darüber mit Besuchern austauschen kann", sagt Koehler.
Das Thema Europa war Schwerpunkt des Kunstwettbewerbs der Jugendkunstschule (JKS) Pink Painter. Gemeinsam mit der Kulturstiftung der Sparkasse Trier hat die JKS Preise für Schüler aus Trier und Wittlich vergeben (siehe Extra).Extra

1. Platz: Gymnasium Konz erhält 1000 Euro. 2. Platz: Angela Merici Gymnasium erhält 500 Euro. 3. Platz: Malgruppe Buschmann erhält Gutschein (275 Euro) für einen Kurs bei der EKA. 4. Platz: Maria Grünewaldschule Wittlich erhält Gutschein (75 Euro) für einen Kurs bei der EKA. cig