Lauter Amerikanismen

Zum Sportprogramm auf der Landesgartenschau in Trier:

Findet das Rahmen-Sportprogramm eventuell in den USA statt? So muss man sich fragen, wenn man diese Programmfolge liest. Falls das Programm doch auf der Landesgartenschau in Trier abläuft, muss man sich eines Dolmetschers bedienen. Die Herren Jürgen Slowik und Wolfgang Rommel sonnen sich im Vorfeld der Ereignisse förmlich in total angelistischen Programmpunkten. In nur drei kleinen TV-Zeilen diese Anhäufung: Beach-Anlage; Skate-Park; Jogger, Walker und Nordic-Walker; Cross-Country-Duathlon, Beach Volleyball; Streetsoccer; Inline-Scater; Blade-Night; Oddset-Street-Soccer-Cup; Timber-Sports. Von der Olympiade der Antike sind eine Reihe von Sportarten zu recht tief verwurzelt in der griechischen Sprache. Obige Programmbezeichnung lässt die Meinung aufkommen, das wohl jede Sportart amerikanische Erfindungen sind. Dabei kennen wir den deutschen Turnvater Jahn, dessen Turn- und Sportideen bereits vor zweihundert Jahren von Deutschland aus einen Siegeszug antraten; er war zudem ein Hüter der deutschen Sprache. Seit fast 150 Jahren gibt es einen Deutschen Sportbund und der Deutsche Fußball-Bund ist der größte Verein dieser Welt. Warum eigentlich die Anglisierung aller Sportarten? Hat die Landesgartenschau das nötig? Das wäre in unserem Nachbarland Frankreich undenkbar. Dort hütet man sein Sprachgut. Paul Colljung, Bollendorf