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Leserbrief Supermarkt in Newel-Butzweiler: Jetzt haben wir den Salat!

Ihre Meinung : Jetzt haben wir den Salat!

Einzelhandel

Zum Bericht „Ersatz nicht in Sicht: Laden macht dicht“ über die Schließung des Lebensmittelmarkts in Newel-Butzweiler (TV vom 21. Januar):

Jetzt haben wir den Salat! Und wenn wir ihn nicht selbst haben, müssen wir irgendwo hinfahren, um welchen zu kaufen. Das ging bisher problemlos und stets in guter Qualität in Butzweiler.

Sicher ist, dass viele Neubürger in unserem Dorf die Entscheidung für den Standort getroffen haben, weil es hier einen Supermarkt gab. Bei uns war das jedenfalls so. Die Enttäuschung bei vielen Bürgern ist jetzt groß.

Alle Anstrengungen für die Stärkung des ländlichen Raums gehen ins Leere, wenn man die Nahversorgungsinfrastruktur zurückfährt. Da gibt es alle möglichen Programme auf unterschiedlichsten Ebenen, um ein Ausbluten der Dörfer zu verhindern. Mit vollmundigen Beteuerungen bekennt man sich bei Konferenzen zum ländlichen Raum. Wenn es konkret wird, sperrt sich die Verwaltung gegen tragfähige Lösungen, weil vermeintlich im Verbund der Dörfer 240 Menschen zu wenig wohnen, um einen zeitgemäßen Einkaufsladen mit wirtschaftlich notwendiger Verkaufsfläche zu genehmigen.

In den Räten wird parteipolitisch gezankt, von konzertierter Aktion im Interesse der Sache keine Spur. Gerne beruft man sich auf das Landesentwicklungsprogramm, welches die großen Kommunen fördert, aber für die kleinen zum Rückentwicklungsprogramm wird.

Das jahrzehntelange Engagement einer selbstständigen Kaufmannsfamilie wird mit Füßen getreten. Eine private Initiative, die bereit ist, mit einem neuen und an die mannigfaltigen Anforderungen angepassten Markt ins Risiko zu gehen, wird nicht unterstützt. Und das, weil irgendjemand bei der Verbandsgemeindeverwaltung meint, seine Kennzahlen seien das Maß der Dinge, schließlich wache ja  die große Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord darüber. Bürgernähe? Fehlanzeige!

 Jetzt entsteht zwangsläufig zusätzlicher Individualverkehr, es gehen Arbeitsplätze verloren. Ein funktionierender Einkaufsmarkt, in dem man nicht selten gleichzeitig vier Generationen von Kunden antreffen konnte, wird geschlossen. Wo weniger mobile und alte Menschen einkaufen sollen, steht in den Sternen.

Bei Frau Oeltges konnte man nicht nur gut einkaufen. Es war immer Zeit für freundliche Worte, einen Plausch am Rande.  Butzweiler verliert sein Herz. Aber das interessiert die Entscheidungsträger in den Verwaltungen offenbar nicht. Vielleicht haben sie keins?