Markt in Trier: Bauern ernten leckeres Gemüse und Lob

Tradition : Markt in Trier: Bauern ernten leckeres Gemüse und Lob

Der 31. Trierer Bauernmarkt am Erntedank-Samstag vor der Porta Nigra stieß auf großes Interesse. Doch ein Wunsch blieb noch offen.

„Genau so stelle ich mir eine richtige Tomate vor“, schwärmt Elisabeth Mergelmeyer und beißt noch einmal kräftig in die soeben auf dem Bauernmarkt Trier gekaufte Tomate. Früchte von weither schmecken ihr hingegen „wie Hund“, erzählt die Frau aus der Trierer Südstadt und verzieht ihr Gesicht. Ganz anders: „Bei so einer Tomate hier aus der Region brauche ich nicht noch eine weitere Beilage auf meinem Brot. Tomate und sonst nichts.“

Landwirte und Winzer aus Trier und Umgebung bekommen viel Lob zu hören bei der Traditionsveranstaltung, die am Samstag vor dem Erntedank-Sonntag nun schon zum 31. Mal vor der Trierer Porta veranstaltet wurde. Auch Silvia Manz zählt sich zu den „Schwärmerinnen“ für heimische Produkte frisch auf den Tisch. Die Frau aus der Innenstadt nutzt die Ausnahmegelegenheit, um gleich ihre mitgebrachte ganze Tasche mit Obst und Gemüse zu füllen von A wie Apfel bis R wie Radieschen. Heimische Produkte schleppe sie gerne nach Hause – und das mit einem guten Einkaufsgefühl.

Einen Kritikpunkt möchte Silvia Manz im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund auf jeden Fall loswerden, nämlich: „Ich möchte immer heimische Produkte kaufen, nur komme ich nicht an diese dran.“ Ihr fehlt ein Erzeugermarkt an einem Tag, an dem auch Berufstätige die Möglichkeit zum Einkauf haben, sprich am Samstag. Leider gebe es den Samstag-Markt vor dem Dom nicht mehr, beklagen auch andere. Die Stadt täte gut daran, ihn wieder zu ermöglichen, wünscht sich die Triererin, die in Luxemburg arbeitet und daher nur am Samstag regional einkaufen kann.

Dass sich die Stadt einst von dem Markt verabschiedet habe, wird auch von Produzenten-Seite kritisiert. Monika Greif: „Die Stadt wollte uns nicht mehr haben. Dabei lief der Markt zuletzt sehr gut.“

Bei dem Trierer Bauernmarkt präsentiert sich ein Publikum, als befände man sich auf dem Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit. Will heißen: Bei dem vielfältigen Dialekte-Sprachengewirr dürften auf Besucherseite viele Landstriche vertreten sein. Schwerpunkte sind herauszuhören in Richtung Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachen. Aber auch die ostdeutschen Bundesländer kommen vor: Jürgen und Sigrid Seyfarth, Wochenend-Touristen aus Zwickau, sind begeistert von der Stadt und auch den regionalen Produkten. „Über den süßen Viez lässt sich nicht meckern“, sagt Jürgen Seyfahrt, der normal mehr für ein Helles zu haben ist.

Trier mag auch sonst international sein. Beim Bauernmarkt ist es die Stadt auf jeden Fall. So schnappt der aufmerksame Zuhörer  Sprachbrocken in Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch auf – von Luxemburgisch ganz zu schweigen. An so gut wie jedem Stand bilden sich Schlangen mit (geduldig) Wartenden. An die Reihe kommt jeder, auch wenn es etwas dauert, je ausgefallener das Angebot daherkommt. Erstmals in Trier dabei: Otmar Reuter aus Bitburg mit seinem Sortiment alles aus heimischem Wild, entweder zum Sofort-Verzehr oder zum Mitnehmen. „Es läuft top“, sagt er und wendet fleißig die Beilage Bratkartoffeln. Karl-Otto Schmitt hat sie als Solo-Gericht probiert: „Die haben einen Nachteil – sie werden alle“, scherzt der Trierer.

Nebenan: Christine Ostertag aus Börfink (Landkreis Birkenfeld) verkauft nicht nur die Erzeugnisse aus ihrem Imkerfachgeschäft, sondern gibt auch bereitwillig Auskunft über ein fleißiges Volk: ihre (Wild)-Bienen aus dem Naturpark Saar-Hunsrück. Heimische Weine oder Edelbrände, vom Welschbilliger Bohrshof, dem Winzerhof Löwener Mühle (Igel) oder von anderswo gehen immer, gerne auch als Geschenk-Mitbringsel für daheim.

Mehr noch als bei einer Veranstaltung wie dem Bauernmarkt sind Landwirte und Winzer auf gutes Wachstumswetter übers  Jahr für ihre Produkte von Feld, Wiese und Weinberg angewiesen. Wenn dann sogar die äußeren Bedingungen für eine öffentliche Präsentation ihrer Ernte stimmen, freut es den Erzeuger umso mehr.

Bauer „Jupp“  Greif („In Trier-Zewen wächst einfach alles!“): „Am liebsten wollen wir mit vollen Kisten kommen, um mit möglichst leeren heimzufahren.“  Mit dem Zewener Pastor Hans-Josef Hohn habe er am Morgen am Stand noch geflachst, dass  diesmal nichts übrig bleibe für den Opferstock – weil der Markt nichts abwerfe.

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