Mit Pinsel und Farbe

Mit Pinsel und weißer Farbe hat ein Unbekannter an gleich drei Stellen im Stadtgebiet seine Vorschläge für bessere Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer im Straßenverkehr "verewigt". Mit der ungewöhnlichen Methode fordert er Zebrastreifen für die Olewiger Straße und die Ostallee.

Trier. "Zebrastreifen" steht in großen weißen Lettern quer über die Fahrbahn der "Olewiger" geschrieben. In der Ostallee fordert der Unbekannte das Gleiche - wenn auch mit weniger großem Schriftzug. Tatsächlich werden die viel befahrenen Straßen an den betroffenen Stellen - in der "Olewiger" auf Höhe des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums (FWG), in der Ostallee auf Höhe der Schützenstraße - täglich von Hunderten Fußgängern überquert. Für die Schüler des FWG, die aus Richtung Olewig ankommen, führt von der Bushaltestelle Charlottenstraße nur eine so- genannte "Querungshilfe" über die viel befahrene "Olewiger" zum Schulgebäude. Auf einer Verkehrsinsel zwischen den beiden Fahrstreifen können sie einen Zwischenstopp einlegen, eine weitere Lücke im dichten Verkehr abwarten und so die Straße überwinden. Auf Höhe der Schützenstraße passieren viele Fußgänger Ost- und Weimarerallee, um durch den Palastgarten in die City zu gelangen, obwohl es nur wenige Meter weiter eine Fußgängerunterführung und an der Einmündung der Gartenfeldstraße auch eine Fußgängerampel gibt. Auf Höhe der Schützenstraße ist die Allee vierspurig. In der Ostallee führen dort die Spuren aus dem Verkehrskreisel mit der "Tunnelspur" aus Richtung Stadtbad zusammen. Rechtsabbieger in das Ost-Viertel verursachen häufig plötzliche Stopps im dichten Verkehrsfluss. Nachdem vor fast fünf Jahren an dieser Stelle ein Fußgänger überfahren und getötet wurde, suchten Stadt und Ortsbeirat nach Lösungen für eine sicherere Querung. Als Hilfe dient den Fußgängern seit kurzem ebenfalls eine Insel zwischen den Fahrstreifen. "Autofahrer fokussieren das grüne Licht"

Den Wünschen des "Verkehrsplaners mit Pinsel und Farbe" will und kann die Stadt nicht entsprechen: "Sowohl in der Olewiger Straße als auch in der Ostallee würden Zebrastreifen die Sicherheit für Fußgänger nicht steigern, sondern eher gefährden", erklärt der städtische Pressesprecher Ralf Frühauf. Laut Straßenverkehrsordnung dürfen Zebrastreifen nicht in der Nähe von Ampelanlagen liegen. "Die Ampel an der Einmündung der Olewiger in den Kreisverkehr würde zu einem sogenannten Grünsog führen - Autofahrer fokussieren das grüne Licht, wollen noch über die Ampel kommen und achten dadurch weniger auf mögliche Fußgänger", erklärt Frühauf. Außerdem liege das Verkehrsaufkommen in der Olewiger weit über der zulässigen Höchstgrenze für einen Zebrastreifen. In der Ostallee sei ein Zebrastreifen nach den gesetzlichen Vorgaben ebenfalls nicht möglich, weil vier Fahrspuren zu überwinden seien. Die laut Stadtverwaltung "irritierenden Beschriftungen" des selbsternannten Verkehrsplaners - auch die auf dem vermeintlichen Radweg in der Weberbach (TV-Bericht folgt in der Samstagausgabe) - will die Stadtverwaltung baldmöglich entfernen.