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Prinzenproklamation auf Trierer Hauptmarkt: Kontrollen auch ohne Narrenkäfig und Alkoholverbot

Prinzenproklamation auf Trierer Hauptmarkt: Kontrollen auch ohne Narrenkäfig und Alkoholverbot

Narrenkäfig ade: Mit einem erneuerten Sicherheitskonzept will die Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK) ihre traditionelle Prinzenproklamation an Weiberfastnacht auf dem Hauptmarkt zelebrieren. Exzesse wie 2012 sollen sich übermorgen auch ohne Alkoholverbot nicht wiederholen.

Trier. Der 16. Februar 2012 ist als schwarzer Tag in die Geschichte des Trierer Straßenkarnevals eingegangen. Dutzende Jugendliche missbrauchten die traditionelle Prinzenproklamation auf dem Hauptmarkt zu exzessivem Betrinken und wurden erst im Krankenhaus wieder nüchtern. Konsequenz: 2013 durfte die Proklamation lediglich als alkoholfreie Kurzveranstaltung über die Bühne gehen; auch im vergangenen Jahr waren Bier, Sekt & Co. in der Altstadt tabu. Ausnahme: eine umzäunte und einlasskontrollierte Feierzone ("Narrenkäfig") auf dem Hauptmarkt.
Nachdem der Stadtrat überraschend das Alkoholverbot für Weiberfastnacht 2015 gekippt und damit den Narrenkäfig überflüssig gemacht hat, setzt die ATK "unter Berücksichtigung sicherheitstechnischer Aspekte auf ein erneuertes Konzept. Wir wollen die Feierzone deutlich vom öffentlichen Raum abgrenzen, ohne aber das Feiern einzuschränken", so Präsident Andreas Peters. Das Konzept sieht übermorgen von 10 bis 17 Uhr eine abgegrenzte Fläche mit Bühne und Verkaufsständen auf einem Teil des Hauptmarkts vor. Die einseitige (nach innen gerichtete) Öffnung der Bühne und der Verkaufsstände soll die Feierzone optisch begrenzen, weist aber Durchgänge auf, die nicht kontrolliert werden.
Laut Mitteilung des Stadt-Presseamts kontrolliert der Kommunale Vollzugsdienst des Ordnungsamts "mit allen zur Verfügung stehenden Kräften auf dem Hauptmarkt die Einhaltung des Glasverbots". In den Zugangsbereichen zum Marktplatz werden Glascontainer stehen.
Das Jugendamt ist wie 2013 und 2014 in Kooperation mit der Polizei und dem Ordnungsamt in der City unterwegs. Jugendliche, die unter Alkoholeinfluss stehen, "werden der notwendigen medizinischen Versorgung oder den Eltern übergeben".
In Kooperation mit den Jugendzentren Exzellenzhaus und Mergener Hof wird eine Fastnachtsparty für Besucher ab 14 Jahre personell und finanziell unterstützt. Die Fete im Ex-Haus beginnt um 14 Uhr. Auch das Angebot des Jugendtaxis für einen sicheren Heimweg wird vom Jugendamt gefördert.
Die Polizei ist ebenfalls präsent, um Exzesse wie 2012 zu verhindern. Dabei hat sie auch die Treffpunkte Jugendlicher außerhalb des Hauptmarkts im Blick. Die Berufsfeuerwehr, die Rettungskräfte, die am Weiberdonnerstag wieder in der Toni-Chorus-Halle im Einsatz sein werden, und die Krankenhäuser bereiten sich auf ein "höheres Einsatzaufkommen" vor. Die Stadtverwaltung ist mit der Ablehnung der Gefahrenabwehrverordnung und des Alkoholverbots durch den Stadtrat nicht glücklich: "Uns fehlt nun die rechtliche Grundlage, durch gezielte Kontrollen Alkoholmissbrauch und Gewaltanwendung zu verhindern. Das stellt uns vor neue Herausforderungen", so Bürgermeisterin Angelika Birk.
Die Fete auf dem Hauptmarkt beginnt um 10 Uhr. Im Mittelpunkt steht die Prinzenproklamation um 11.11 Uhr. Für musikalische Unterhaltung sorgen bis gegen 16 Uhr die Bands Zalawener Duckentcher, Leiendecker-Bloas, de Hofnarren und Fun 2.0 sowie Djane Rent a Sunshine (Sonja Storz). rm./red