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Projekt Petrusstraße in Trier: Wohnen wie zur Gründerzeit

Projekt Petrusstraße in Trier: Wohnen wie zur Gründerzeit

An der Ecke Petrusstraße/Theodor-Heuss-Allee in Trier tut sich was: Der herrschaftliche Gründerzeitbau wird saniert. Auf der Brache daneben soll ein modernes Haus mit 28 Wohnungen auf sechs Etagen entstehen. Investor ist die Baufirma Ifa aus Schillingen im Hochwald.

Trier. Es ist ein Schandfleck in direkter Nähe zur Porta Nigra und gleich neben einem denkmalgeschützten, hochherrschaftlichen Haus aus der Jahrhundertwende: die Brache in der Petrusstraße. Direkt gegenüber der Sparkasse existierte in den 1960ern noch eine Tankstelle. Ihr Abriss hinterließ bis heute eine hässliche Baulücke. Wolfgang Schäfer will das ändern: "Ich habe bei der Stadt einen Bauantrag eingereicht", sagt der Chef der Immobilienfirma Ifa mit Sitz in Schillingen im Hochwald.Neue Fenster in gleicher Form


Nicht nur die Brache, auch das benachbarte Eckgrundstück zur Theodor-Heuss-Allee samt imposantem Gründerzeithaus hat Schäfer gekauft. Sanierung und Umbau des denkmalgeschützten und mittlerweile leerstehenden Wohnhauses haben bereits begonnen. "Wir werden die Fassade nach denkmalpflegerischen Richtlinien restaurieren und zum Beispiel neue Fenster in gleicher Form einsetzen. Von vorne erfährt das Gebäude keine große Veränderung", verspricht Schäfer.
Nach hinten schon: Damit die vier Wohnungen auf vier Etagen Balkone erhalten, soll an der rückwärtigen Fassade eine Stahlkonstruktion angebaut werden. Um einen zweiten Fluchtweg aus den oberen Etagen zu schaffen, muss - in Absprache mit der Feuerwehr - eine zusätzliche Dachgaube gebaut werden. Im Inneren bleiben die alten Grundrisse der 150 bis 160 Quadratmeter großen Wohnungen bestehen. Lediglich die Bäder werden vergrößert. Auch der alte Stuck, alte Fußleisten und das bauzeitliche kreisförmige Treppenhaus, das im inneren Knick des Eckgebäudes liegt, werden erhalten.Glas zwischen Alt- und Neubau


Der Neubau auf dem Nachbargrundstück soll mit einer Glasfuge direkt an den Altbau angeschlossen werden. "So stellen wir eine geschlossene Häuserfront her, wie es sie in der Petrusstraße beidseitig gibt", sagt Schäfer. Ein Aufzug soll einen barrierefreien Zugang zu Alt- und Neubau schaffen.
Der geplante Neubau hat vier Vollgeschosse, das fünfte und sechste sind jeweils etwas zurückversetzte sogenannte Staffelgeschosse. Insgesamt ist der Neubau niedriger als der Altbau.
Insgesamt entstehen 28 Wohnungen zwischen 65 und 113 Quadratmetern. "Alle werden barrierefrei. Die Bäder - bis auf die in den wenigen kleinen Wohnungen - sind so geschnitten, dass sie behindertengerecht ausgebaut werden können", sagt Schäfer. Kosten sollen die Wohnungen in Alt- und Neubau später zwischen 3200 und 3500 Euro pro Quadratmeter.
Das Erdgeschoss - 158 Quadratmeter, vollverglast zur Petrusstraße - ist für Läden oder Gastronomie vorgesehen.
Um im kleinen Innenhof ausreichend viele Parkplätze für die Bewohner zu schaffen, hat sich die Ifa etwas einfallen lassen: In zwei dreigeschossigen Garagen werden 38 Stellplätze geschaffen. Der Clou: Um Platz für Zufahrten zu allen Stellplätzen zu sparen, wird eine spezielle Technik eingebaut. Abgestellt wird das Auto auf einem immer freien Stellplatz. Von dort werden die Wagen dann automatisch und mechanisch zu im Inneren gelegenen Stellplätzen befördert, zu denen es keine Zufahrt gibt. Auf Knopfdruck transportiert das Parkhaus über ein Schienensystem den gewünschten Wagen dann wieder zur Ausfahrt.8,5 Millionen Euro Investition


"Ich bin sicher, dass die Stadt unseren Bauantrag so genehmigen wird", sagt Schäfer, der 8,5 Millionen Euro in den Kauf der Grundstücke, die Restaurierung des Altbaus und die Errichtung des Neubaus investiert. "Schließlich sanieren wir ein denkmalgeschütztes Gebäude, bebauen eine hässliche Brache und schaffen so Wohnraum in der City, der dringend benötigt wird."