Rathaus-Reform kommt in Gang

TRIER. 2008 wird alles anders: Das Rathaus wird personell und inhaltlich neu strukturiert. Aus fünf Dezernaten mit 38 Ämtern sollen vier Geschäftsbereiche mit maximal 15 untergeordneten Fachbereichen werden. "Wir wollen den internen Aufwand reduzieren und uns auf Fachaufgaben konzentrieren", sagt Oberbürgermeister Helmut Schröer.

Die Amtszeit des Trierer Verwaltungs-Chefs endet am 1. April 2007, am 24. September wird Helmut Schröers Nachfolger gewählt. Die großen Veränderungen im Trierer Rathaus sollen 2008 greifen. "Ich muss jetzt damit anfangen, den Prozess einzuleiten, denn sonst können wir diesen Termin nicht halten", betont Schröer im Gespräch mit dem TV. "Außerdem bin ich derjenige, der immer an diesem Thema dran war, und deshalb sollte ich das auch regeln." Mit "diesem Thema" meint Schröer eigentlich zwei. Nummer eins: Die "Neuorganisation der Verwaltung in einen bürgernahen, leistungsfähigen Dienstleistungsbetrieb" war bereits im Februar 1994 Gegenstand einer ersten Beschlussvorlage im Stadtrat. Nummer zwei: Die Einführung der Doppik - das Kunstwort aus der Betriebswirtschaftslehre steht für "Doppelte Buchführung in Konten Soll und Haben" - ist gewissermaßen die Bühne, auf der sich die 1200 Mitarbeiter starke Verwaltung neu formen soll. "Bereits große Erfolge erzielt"

"Der produktorientierte doppische Haushalt ist die gesetzliche Verankerung des so genannten neuen Steuerungsmodells, das die Stadt Trier mit dem Grundsatzbeschluss von 1994 eingeführt und seitdem Baustein um Baustein realisiert hat", präzisiert Schröer. "Wir haben mit diesem Modell in den vergangenen Jahren bereits sehr große Erfolge erzielt." Die in der Privatwirtschaft übliche Doppik soll in den Kommunen ab 2009 Einzug halten. Trier will sie bereits ein Jahr früher einführen. Eine präzise Analyse der neuen Verwaltungsstruktur ist momentan ebenso schwierig wie eine verlässliche Vorhersage des Fußball-Weltmeisters. Noch hat die Gleichung zu viele Unbekannte: Aus welchen der jetzt noch existierenden 38 Ämter werden die neuen Fachbereiche bestehen? Und aus welchen Fachbereichen werden sich die vier neuen Geschäftsbereiche zusammensetzen? Wer wird die Geschäftsbereiche leiten? Nicht nur Helmut Schröer verabschiedet sich 2007. Wirtschafts- und Ordnungsdezernentin Christiane Horsch muss sich einer Wiederwahl stellen, Baudezernent Peter Dietze geht ebenso wie Schröer in den Ruhestand. In ein paar Wochen sollen erste Entscheidungen fallen. "Wir werden die Zuordnung der Fach- und Geschäftsbereiche im Mai diskutieren", kündigt der Oberbürgermeister an. Mit "wir" meint er die Rathaus-interne Arbeitsgruppe, die sich mit dem Verwaltungs-Umbau beschäftigt. "Es zeichnet sich ab, dass aus unseren 38 Ämtern 12 bis 15 Fachbereiche werden könnten, die dann später den vier zukünftig bestehenden Geschäftsbereichen zugeordnet werden müssen." Im September sollen die Ergebnisse der Arbeitsgruppe dem Stadtrat präsentiert werden. Betriebsbedingte Kündigungen hatte Schröer bereits im Januar kategorisch ausgeschlossen. Dennoch kommen Veränderungen auf die 1200 Mitarbeiter zu. Momentan ist die Stadtverwaltung über 23 Standorte in Trier verstreut. "Unser Ziel ist es, die Fachbereiche auch räumlich zusammenzuführen", betont der OB. Die Stadt wolle Mietverhältnisse auflösen, ein Beispiel dafür ist das in der Saarstraße untergebrachte Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Eines ist dem noch amtierenden OB wichtig: "Die Bildung der vier Geschäftsbereiche obliegt ab dem April 2007 allein dem neuen Oberbürgermeister. Ich werde mich aus dieser Zuordnungsfrage heraushalten."