Studieren über den Dächern der Stadt

Studieren über den Dächern der Stadt

TRIER-NORD. Für rund drei Millionen Euro wird derzeit das ehemalige Telekom-Gebäude in der Herzogenbuscher Straße in ein Studentenwohnheim umgebaut. Ab September sollen dann 128 neue Appartements die Wohnungsnot der Trierer Studenten mildern.

Diskussionen um Studiengebühren und Zweitwohnsitz-Steuer sowie akute Wohnungsnot nicht nur zu Semesterbeginn - als Student hat man's oft nicht leicht. Doch wenigstens im letztgenannten Punkt ist eine leichte Entspannung in Sicht: Das achtstöckige Hochhaus in der Herzogenbuscher Straße, das 30 Jahre von der Telekom genutzt wurde, wird derzeit in ein Studentenwohnheim umgebaut. Mit einer Investitionssumme von rund drei Millionen Euro sollen noch vor Beginn des Wintersemesters 128 Appartements der studentischen Wohnungsnot entgegenwirken.Dabei wird das neue Gebäude nicht von der Stadt oder dem Studierendenwerk (SWT), sondern von einer Trierer Unternehmerfamilie umgebaut, die die Immobilie schon während der Bauphase im Jahr 1973 erwarb. Für den Verwalter des Studenten-Hochhauses, Jürgen Laux, kommt der Umbau noch rechtzeitig: "Der Markt ist derzeit mit etwa 250 bis 300 Einheiten unterversorgt. Wir wollen mit dem neuen Studentenwohnheim die immer größer werdende Nachfrage bedienen." Die Größe der Wohnungen variiert zwischen 20 und 50 Quadratmetern - ab 200 Euro zuzüglich Nebenkosten können sich etwas betuchtere Studenten dort einquartieren. "Natürlich wird das Gebäude nicht vom Land subventioniert, wie es bei den Wohnheimen des Studierendenwerks der Fall ist", sagt Laux, "und deshalb ist auch die Miete etwas höher. Das SWT deckt den Bedarf der einkommensschwachen Studenten, wir richten uns nach dem freien Markt und nicht nach dem Bafög-Empfänger."

Dabei spielt gerade der finanzielle Aspekt für viele Studierende eine Rolle - schlägt doch die neu eingeführte Zweitwohnsitzsteuer bei all denjenigen Studierenden zu Buche, die in Trier nicht ihren Erstwohnsitz angemeldet haben.

Der achtstöckige Turm an der Herzogenbuscher Straße liegt zwar nicht so zentral zur Innenstadt, sei jedoch für Studierende an Universität und Fachhochschule gleichermaßen geeignet, sagt Verwalter Laux. "Die gute Lage bedient auch die Studenten an der Fachhochschule", sagt der 54-jährige Immobilienbetriebswirt. "Ich denke, dass aufgrund der Tatsache, dass es in den umliegenden Bundesländern überall Studiengebühren gibt, in Zukunft noch mehr Studenten nach Trier kommen wollen", meint ein Student. Für die Betreiber des neuen Wohnheims wäre das natürlich der Idealfall, und ihr Konzept würde aufgehen. Doch wer heute einen Blick auf die Wohnungsmarkt-Pinnwände an der Universität wirft, stellt schnell fest, dass der Wohnungsbedarf schon heute alles andere als gering ist.