Sorgfältige Kitz-Suche

Mit Interesse, aber auch mit Bestürzung habe ich den Artikel "Rehkitz zermetzelt" gelesen. Sicherlich ist ein solcher Unfall, wie ihn Frau Sabine Rambusch aus Gutweiler erlebt hat, eine schlimme Erfahrung.

Dennoch sind meine Berufskollegen und ich sehr darauf bedacht, den Tieren kein Leid anzutun. Wir gehen vor der Mahd immer unsere Wiesen ab und versuchen, die Kitznester aufzuspüren. In aller Regel werden die Kitzaufzucht geschützt und solche Vorkommnisse wie sie Frau Rambusch beschreibt, vermieden. Außerdem stehen die Jäger und Landwirte im kontinuierlichen Kontakt miteinander, so dass durch gegenseitige Absprachen die Kitz-Beobachtungen gerade im Frühjahr effektiver werden können. Sabine Rambusch pauschaliert in ihrem Artikel und stellt die Landwirte als Bösewichte dar. Dies ist haltlos und nicht gerechtfertigt. Wir Landwirte leben mit unserer Natur, wir achten sie, und wir passen auf unsere Mitgeschöpfe auf. Wenn dennoch ein bedauerlicher Unfall geschehen sollte, so ist dies ein Einzelfall. Unser Berufsverband fordert die Landwirte fast jährlich auf, auf den Rehnachwuchs zu achten. Dem kommen wir gerne nach. Sollte ein Landwirt tatsächlich skrupellos und ohne Rücksicht handeln, so steht dieser außerhalb unserer Gemeinschaft, denn solch ein Verhalten würde von uns Landwirten nicht toleriert werden. Wir Landwirte üben unseren Beruf gerne aus, und wir haben die gleichen Gefühle und das gleiche Mitleid mit unseren Mitgeschöpfen wie alle in diesem Lande auch. Unfälle bedauern wir zutiefst, aber wir versuchen sie bestmöglich zu vermeiden. Elisabeth Koll, Schöndorf

Mehr von Volksfreund