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Viezjupp macht sich Gedanken um den Platz vor der Porta

Kolumne Viezjupp : Brandneue Ideen für die Porta Nigra

Ich diskutiere ja immer gerne. Also habe ich mir die Echo-Aufforderung von meinem Lieblingsredakteur Roland Morgen zu Herzen genommen und teile ihm hiermit meine Meinung mit. Neulich schrieb er ja im Trierischen Volksfreund über den Flickenteppich vor der Porta Nigra, den sie Belag nennen und die lieblose Gestaltung des Platzes.

Ganz recht, Roland. Ich und meine Viezkumpels ärgern uns schon lange darüber.

Allerdings stehe ich den Vorschlägen eins – eine Erneuerung des Bodenbelags vor und hinter der Porta – und zwei – eine komplette Umgestaltung des Porta Umfeldes – mit gemischten Gefühlen gegenüber. Ich finde ja Nummer eins gelinde gesagt langweilig. Da werden dann irgendwelche neuen grauen Steinplatten vor unsere Porta gelegt und unsere Stadtpolitiker halten das dann für schön. Mein Vorschlag: Vergebt doch Planquadrate an Künstler aus der Region, macht denen Vorgaben und lasst die von denen gestalten! Für lau! Dafür dürfen sie sich mit ihrem Namen verewigen. Das ist doch eine Ehre!

Idee Nummer zwei ist meiner Meinung nach – und die ist ja gefragt – einfach utopisch. Mehr als zehn Millionen Euro! Wer soll das denn zahlen, wenn noch nicht einmal genug Geld da ist, die städtischen Schulen mit neuen Fenstern auszustatten?! Na? Eben.

Mönch Simeon hat ja dafür gesorgt, dass die Porta im Mittelalter nicht abgerissen wurde, weil er sich 1030 dort einmauern ließ, den Rest seines Lebens dort verbrachte, sechs Monate nach seinem Tod heilig gesprochen wurde und sein Kumpel Erzbischof Poppo schließlich das schwarze Tor in eine Simeon-Gedenkkirche umbaute.

Wenn die Stadt Trier nun einen Märtyrer fände, der sich freiwillig einmauern ließe, könnte die Trierer Tourismus und Marketing GmbH (ttm) einen neuen Stadtrundgang konzipieren: Simeon gestern und heute oder so ähnlich. Die mit Sicherheit heftig sprudelnden Einnahmen fließen allesamt in die Umgestaltung des Porta-Nigra-Umfeldes. Damit wäre Trier in aller Munde und in den Medien und Touristen aus der ganzen Welt kämen hierher.

Nur eins sag ich euch gleich: Ich stelle mich für den Einsiedler-Posten nicht zur Verfügung!

Foto: TV/Werhan, Michael

Prost und ein schönes Wochenende wünscht euer
Viezjupp