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master comedy slam 201
Angelo, Engelbert und die Frauen

Trier. Wenn im Audimax der Uni anhaltend gelacht wird, ist klar: Es kann sich um keine reguläre Studienveranstaltung handeln. Zum 14. Mal wurde der Master Comedy Slam ausgetragen – der Abend war lang und spannend.

Die obligatorische Viertelstunde – schließlich wird der Master Comedy Slam an der Uni ausgetragen – ist schon vergangen, als dem Trierer Kulturmacher Peter Stablo, wie immer unterstützt von Kerstin Rubas, ein begeisterter Empfang bereitet wird. Schnell wird klar: Was hier stattfindet – die mittlerweile 14. Auflage des Master Comedy Slam –, ist Kult.

Ausgiebig erklärt Stablo das Prozedere: Neun Sieger der vergangenen Comedy-Slam-Saison treten in zwei Vorrunden an; jeder hat zehn Minuten Zeit, das Publikum mit seinen Späßen für sich einzunehmen. Dieses – rund 600 Besucher im Audimax, altersmäßig bunt gemischt –, hat der Tradition gemäß jeweils drei Unterlegscheiben erhalten, die nach den drei Runden in Plastikblumentöpfe mit Nummern geworfen werden. „Die Blumentöpfe sind 14 Jahre alt. Schließlich wurde der Comedy Slam in Trier erfunden!“, sagt Stablo. Zusätzlich wird auch der Applaus von Stufe 1 bis 9 geprobt. Der Saal tobt, die Spiele können beginnen.

Als Anheizer (neudeutsch „Opener“) singen Hennich & Hanschel von der Liebe, die durch den Magen geht: „Nudeln mit Ketchup, Ketchup mit Nudeln.“ Lecker.

Der Abend ist bereits fortgeschritten, als der Auslosung entsprechend die ersten Slammer loslegen: Glenn Langhorst, Samed Warug, Marten de Wall und Michael Ulbts. Nach 21 Uhr steht fest: Samed und Marten haben die Runde für sich entschieden. Der eine mit munterem Sinnieren über Wahrheiten und deutsche Namen, der andere mit – regelrecht verschämt vorgetragenen – entzückenden Wortspielen wie „Pferde wiehern mich an!“ und „Unsere Band hieß ‚Die Kopfschmerztabletten‘. Wir haben uns irgendwann aufgelöst.“

Die zweite Vorrunde bestreiten Costas Meronianakis und Ben Schmid vor Dennis Grundt, Joachim Hahn und Osan Yaran. Es wird klar: Der Funke muss sofort überspringen. Dann kann der Slammer eigentlich nicht mehr viel falsch machen. Dem Griechen gelingt dies hervorragend mit mediterran-lebhafter Gestik sowie viel Imitations- und Improvisationstalent. So kann er seinem Publikum problemlos verständlich machen, warum etwa ein spanischer Ángel oder ein italienischer Angelo bei der Weiblichkeit schon aufgrund ihres Namens viel bessere Chancen haben als ein deutscher Engelbert.

Ben Schmid, studierter Philosoph („Die wurde in Griechenland erfunden, genau wie die Pädophilie“), gewinnt die Herzen mit charmant vorgetragenen Grenzüberschreitungen des guten Geschmacks. Es ist bereits vor Mitternacht, als die vier Finalisten im Finale gegeneinander antreten. Um 0.23 Uhr schließlich teilt Costas, strahlender Gewinner des Constantin-Comedy Preises vor Marten und Ben, dem Publikum mit, dass der Vierte auch nicht leer ausgehen soll. Sein Appell ans Publikum: alle neun Teilnehmer auf Instagram liken.

Auch Organisator Peter Stablo erhält am Ende ein Geschenk, überreicht von Schirmherr Wolfram Leibe: ein Badewannen-Entchen, „handsigniert von Karl Marx“.

Das Votum der Zuschauer ist deutlich: Costas Meronianakis aus Frankfurt gewinnt beim 14. Master Comedy Slam ihre Herzen. Seine Stärke: mediterranesTemperament.
Das Votum der Zuschauer ist deutlich: Costas Meronianakis aus Frankfurt gewinnt beim 14. Master Comedy Slam ihre Herzen. Seine Stärke: mediterranesTemperament. FOTO: Dorothée Quaré