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Blaulicht
Neue Erkenntnisse zu Familiendrama in Trier: Es gab zwei Schüsse

FOTO: Fritz-Peter Linden
Trier. Der 87-Jährige, der in Trier auf seinen Stiefsohn geschossen haben soll, hatte laut Polizei einen Revolver im Wohnzimmer deponiert. Nach der Tat habe er den Rettungsdienst angerufen, dann aber erneut geschossen.

(red) Zum Fall des 87-jährigen, der am Sonntagmittag in seiner Wohnung in Trier-Nord auf seinen 47-jährigen Stiefsohn geschossen haben soll (der TV berichtete), hat die Polizei neue Details bekanntgegeben.

Nach den bisherigen Ermittlungen soll es in der Wohnung des 87-Jährigen in der Franz-Georg-Straße zu einem Streit mit dem 47-jährigen Stiefsohn gekommen sein (nicht mit seinem Schwiegersohn, wie anfangs angenommen). Grund sei ein seit Jahren schwelendes Zerwürfnis zwischen dem 47-Jährigen und seinem Stiefvater.

Der Streit, bei dem auch die 76-jährige Mutter des späteren Opfers, seine Ehefrau und sein 14-jähriger Sohn anwesend waren, eskalierte demnach am Sonntagmittag. Schließlich soll der 87-jährige mit einen Revolver, den er im Wohnzimmer deponiert hatte, auf seinen Stiefsohn geschossen und ihn in die Brust getroffen haben. Für den Revolver habe der Beschuldigte keinen Waffenschein.

Der Angeschossene brach laut Polizei zusammen. Seine Ehefrau und sein Sohn verließen die Wohnung. Der Beschuldigte selbst rief über den Notruf den Rettungsdienst an. Anschließend soll er erneut auf den am Boden liegenden Geschädigten geschossen, ihn dabei aber verfehlt haben. Der 47-Jährige konnte sich schwerverletzt aus dem Haus retten.

Zwischenzeitlich waren Polizei und Rettungsdienst vor dem Anwesen eingetroffen. Der Verletzte wurde versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Seine Schussverletzung ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht lebensgefährlich. Der 87-jährige mutmaßliche Schütze kam wenig später auch aus dem Haus und ließ sich widerstandslos festnehmen. Seine 76-jährige Ehefrau sowie die Ehefrau und der Sohn des Geschädigten wurden nicht verletzt.

Der Stiefvater räumte laut Polizei in einer Vernehmung den Sachverhalt ein. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier wurde er am Montag dem Haftrichter beim Amtsgericht Trier vorgeführt, der die Untersuchungshaft wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung anordnete. Der Mann ist inzwischen in eine Justizvollzugsanstalt gebracht worden. Die Ermittlungen der Polizei dauern weiter an.