Verkehr: Auf diesen Trierer Straßen ist der Winterdienst unterwegs

Verkehr : Auf diesen Trierer Straßen ist der Winterdienst unterwegs

Um 2 Uhr nachts wird entschieden, ob geräumt und gestreut wird. Wenn ja, sind 60 Mitarbeiter gleichzeitig im Einsatz. Nach diesen Plänen arbeitet der Winterdienst in Trier.

Es hat wieder geschneit, und der kommunale Winterdienst der Stadt Trier war gut vorbereitet. Seit 4 Uhr früh waren die Mitarbeiter der Stadtverwaltung am vergangenen Sonntag unterwegs, um verkehrswichtige und gefährliche Straßen zu räumen und zu streuen. Insgesamt rund 120 Mitarbeiter von Stadtreinigungsamt, Schulamt, Tiefbauamt, Grünflächenamt und Stadtwerken kümmern sich im Schichtbetrieb darum, dass der Winterdienst ordnungsgemäß ausgeführt wird.

Trier ist in neun Streubezirke eingeteilt. Der Winterdienst handelt nach der Devise: So wenig streuen wie möglich, so viel wie nötig. Grundsätzlich werden nur Straßen und Wege der Streustufe I frei gemacht, das sind verkehrswichtige und unfallgefährdete Straßen, Wege und Kreuzungen. Per Handstreuung werden noch Fußgängerüberwege, Zebrastreifen und Signalanlagen geräumt.

In der Regel wird gegen 2 Uhr nachts entschieden, ob ein Winterdienst ausgeführt wird. Dann wird besprochen, ob es nur eine vorbeugende Streuung der Hauptverkehrswege (die sogenannte Null-Grad-Tour) gibt, einen vollen oder eingeschränkten Winterdienst. Bei vollem Einsatz arbeitet der Winterdienst in zwei Schichten. Von 4 Uhr bis 13 Uhr läuft die Frühschicht, von 13 Uhr bis 22 Uhr die Spätschicht.

Dem Winterdienst stehen zehn Streufahrzeuge zur Verfügung, 21 Multifunktionsfahrzeuge (umgebaute Kehrmaschinen, kleine Traktoren oder Kommunalfahrzeuge), ein Radlader, zehn 3,5-Tonnen-LKW für die Handstreuer und zehn PKW. Pro Schicht sind rund 60 Mitarbeiter im Einsatz (Bezirksleiter, Fahrer, Handstreuer).

Rund 1000 Straßen sind in Trier im Streuplan erfasst, mit einer Gesamtlänge von 560 Kilometern. Zu Stufe I der verkehrswichtigen und gefährlichen Straßen gehören 255 Kilometer. Für den Winterdienst werden 400 Tonnen Split, 2500 Tonnen Streusalz und 25 Tonnen Sohle vorgehalten. Normalerweise reicht das für einen Winter aus. Im Winter 2017/2018 gab es beispielsweise 31 Volleinsätze und 38 Teileinsätze des Winterdienstes, bei denen 2395 Tonnen Streumittel verbraucht wurden. In einem Winter ohne viel Schnee und Eis, wie zuletzt beispielsweise 2013/14 gab es nur vier Volleinsätze und 32 Teileinsätze, es wurden nur 580 Tonnen Streumittel verbraucht.

Bisher werden die Streumittel im Bereich des ehemaligen Busdepots der SWT in der Werner-von-Siemens-Straße, der Jägerkaserne, der Universität (Silo) und dem Betriebshof gelagert. Spätestens mit dem Umzug in den Energie- und Technik-Park, der in 2019/2020 erfolgen wird, werden zur Streusalzlagerung nur noch zwei Silos mit einem jeweiligen Fassungsvermögen von rund 800 Tonnen an den Standorten Gottbillstraße (SWT) und Riverisstraße (ETP) in Betrieb sein. An den neuen Silos wird jeweils eine Anlage zur Herstellung von Sole installiert werden, mit deren Hilfe der Verbrauch von Streusalz spürbar gesenkt wird.

Eine weitere Großinvestition in 2019/2020 wird die Modernisierung der Flotte großer Räumfahrzeuge werden. Das jüngste dieser Fahrzeuge ist 28 Jahre alt, das älteste 33 Jahre. So sollen 2019 sechs LKW ersetzt werden und 2020 weitere zwei. Die Investition dafür wird bei insgesamt rund 1,3 Millionen Euro liegen.

Auch die Hausbesitzer sind beim Wintereinbruch gefragt, wie sich aus der ständigen Rechtssprechung sowie der Straßenreinigungssatzung der Stadt Trier ergibt.

Laut der Satzung ist der Winterdienst auf Gehwegen durch den Anlieger zu leisten, so dass die Gehwege und Gehstreifen auf Fahrbahnen während der üblichen Verkehrszeit ohne Gefahr für Fußgänger benutzbar sind. Die übliche Verkehrszeit beginnt an Werktagen um 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen um 8 Uhr und sie endet jeweils um 21 Uhr. Als Streumaterial sind Sand, Streusalz, feine Asche, Sägemehl oder andere geeignete Stoffe zu verwenden.

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