1. Region
  2. Vulkaneifel

Gemeinde Pelm ist als Wohnort beliebt und plant mehrere Projekte

Infrastruktur : Pelm plant eine Erweiterung des Neubaugebiets und mehr

Zwar ist die Finanzlage schwierig, doch es gibt viel zu tun: Die Gemeinde braucht Baugrundstücke. Weitere Pläne stehen an.

„Es gibt keine Leerstände im Ort und diese Situation wird sich auch in naher Zukunft nicht ändern“, sagt Pelms Ortsbürgermeister Leo Meeth. Die Gemeinde in unmittelbarer Nähe zur Stadt Gerolstein ist als Wohnort beliebt und will weiter wachsen. „Wir müssen neue Baugrundstücke erschließen, die wenigen noch vorhandenen werden nicht ausreichen.“ Noch in diesem Jahr sollen Grundstücke aufgekauft werden, damit die Erweiterung des Neubaugebiets „Auf Walsweiler“ möglich wird. „Dann steigen wir in die Planung ein“, sagt Meeth.

Aber es gelte noch weitere Vorhaben in diesem Jahr umzusetzen, listet der Ortschef auf: „So ist die Innenrenovierung der Mehrzweckhalle geplant, inklusive neuer Wandverkleidungen und einem neuen Hallenboden, plus Rollläden im Thekenbereich.“ Samt des ebenfalls fälligen Anstrichs summierten sich die Kosten auf rund 160 000 Euro, sagt Meeth. „Wir erhalten dafür einen Landeszuschuss von 55 000 Euro.“

Weitere Kosten werden auch für die benötigte Sanierung der Gemeindestraße „Studentenring“ anfallen. „Die Straße ist altersbedingt in einem schlechten Zustand und wurde als Umleitung während des Ausbaus des Kreisverkehrs im Ort stark genutzt“, sagt der Ortsbürgermeister. Der Umfang der Sanierung und die tatsächlichen Kosten sind noch nicht bekannt. „Mit der Ermittlung wird 2021 ein Planungsbüro beauftragt. In den Folgejahren wollen wir die Maßnahme unter Inanspruchnahme von möglichen Zuschüssen umsetzen.“  

Dank einer sparsamen Haushaltsführung in den vergangenen Jahren sei die Gemeinde fast schuldenfrei, berichtet Leo Meeth. „Für notwendige Investitionen sind aber zwangsläufig Kredite aufzunehmen.“ Die Belastung durch Kreis- und Verbandsgemeindeumlagen sei drückend – „wie in fast allen Orten“, sagt Meeth.

Dazu kommen Einnahmeeinbußen durch Schäden im rund 400 Hektar großen Gemeindewald. „Käferbefall, Trockenheit und Sturmschäden verursachen inzwischen ein jährliches Minus von rund 50 000 Euro, das von der Gemeinde zu tragen ist“, sagt Meeth. Ein großes Loch reißt auch die 2020 erfolgte Schließung des Kalkwerks Akdolit in die Gemeindekasse. „Das Werk war im Ort der größte Steuerzahler, die Gewerbesteuereinnahmen fehlen uns selbstverständlich.“ Zudem seien dadurch einige Arbeitsplätze in Pelm verloren gegangen.

Die durch Corona bedingten Einschränkungen hätten unterschiedliche Auswirkungen auf die Pelmer Betriebe, sagt Meeth. „Tourismus-Anbieter und selbstverständlich die Gastronomie sind stark betroffen.“ Das Dorfleben habe in der Pandemie gelitten, berichtet  er weiter. „Alle Veranstaltungen wurden abgesagt, die Aktivitäten der Vereine kamen zum Erliegen.“ Dennoch habe die Gemeinschaft  auch während der Pandemie bisher gut funktioniert. „Es gab Hilfsangebote für Einkaufsfahrten und sonstige Erledigungen, es wurden Masken genäht – die Bürger haben sich gegenseitig unterstützt“, erzählt Leo Meeth.