Kriminalität: Hoher Schaden - wenig Beute

Kriminalität : Hoher Schaden - wenig Beute

Bereits mehrfach wurde in das Vereinsheim des TuS Daun im Liesertal eingebrochen. Die Polizei sucht Zeugen – und der Verein Erklärungen für sinnlose Gewalt.

„Vielleicht sucht da jemand den Kick“, vermutet Frank Wieber, Vorsitzender des TuS Daun, „denn um die Erbeutung wertvoller Dinge kann es nicht gehen.“ Bereits vor rund drei Jahren hatte es einen Einbruch im Vereinsheim am Tennisplatz in der Maria-Hilf-Straße gegeben, damals wurde im Nachgang eine einbruchsichere Tür angeschafft. Nun wurde erneut eingebrochen, zwei Male hintereinander jeweils am Wochenende (erstmals zwischen Freitag, 28. Juni, 21 Uhr, und Sonntag, 30. Juni, 11.30 Uhr).

„Beim ersten Mal sahen wir, dass jemand vergeblich versucht hatte, das Türschloss aufzubrechen. An der Tür entstand ein Schaden von 900 Euro“, ärgert sich Wieber. „Obwohl der Täter dort keinen Erfolg hatte, waren im Innenbereich ebenfalls verschlossene Kühlschränke aufgestemmt, es fehlten Getränke und das Geld der Getränkekasse. Nicht viel, aber ärgerlich.“

Verein und Polizei, die Ermittlungen aufnahm, standen zunächst vor einem Rätsel: Wie war der Täter oder waren die Täter trotz des Scheiterns an der Sicherheitstür ins Vereinsheim gelangt? Am folgenden Tag wurde die Frage beantwortet. Als Wieber das Vereinsheim betrat, öffnete sich durch den Luftzug eine wenig benutzte Seitentür. „Da hatte sich jemand fachmännisch am Stift zu schaffen gemacht, so dass die Tür faktisch ausgehängt war, ohne dass man es sehen konnte.“ Am Sonntag dann wurde der nächste Diebstahl bemerkt. Wiederum fehlten Getränke. Nachdem die fragliche Seitentür ebenfalls wieder gesichert war, wandte jemand bei einem dritten Einbruch rohe Gewalt an und trat die Tür ein.

„Für uns bedeutet das zunächst einen Schaden im unteren vierstelligen Bereich und ärgerlichen Zeitaufwand“, schildert Frank Wieber die Folgen für den Verein. „Für die Vereinsmitglieder ist das natürlich unangenehm, selbst wenn wir versichert sind und es Firmen gibt, die uns unterstützen.“

Aber er fragt sich auch: „Wer macht sowas, nur für ein paar Kästen Bier und ein paar Euro?“ Mehr gebe es schließlich nicht zu holen. Er vermutet Vandalismus und „parasitäres Verhalten“ als Motiv, nicht unbedingt Habgier. Wer auch immer der Täter ist oder die Täter sind: Künftig müssen sie sich auf deutlich verschärfte Sicherheitsmaßnahmen gefasst machen, unter anderem per Video-Überwachung sowohl am TuS-Standort in der Maria-Hilf-Straße wie am Wehrbüsch.

In den TuS-Treff im Liesertal ist in jüngster Zeit mehrmals eingebrochen worden. Foto: Angelika Koch. Foto: TV/Angelika Koch

Die Polizei Daun sucht Zeugen und bittet um Hinweise unter Telefon 06592/96260.

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