Kollektives Hutziehen

GEROLSTEIN. Einen tollen Empfang bereiteten Tausende Fans ihren heimgekehrten Fahrern des Teams Gerolsteiner. Sie bevölkerten den Brunnenplatz und warteten freudig auf die Ankunft ihrer Helden.

Unter den Radsportfans, die in Gerolstein ihre Idole begrüßten, war auch Anne Bär (73 Jahre) aus Weinheim (Baden Württemberg) mit ihren beiden Enkelkindern Annemarie (acht) und Evelyn (sechs): "Wir wollen hier dabei sein. Hoffentlich sehe ich die Fahrer auch alle." Darum musste sich hier an diesem Tag niemand Sorgen machen. Die große SWR-Bühne mit Empore ließ auch denen in den hintersten Reihen einen Blick auf die Fahrer zu. Ganz vorne vor der Absperrung drängten sich die jüngsten Fans, um die Fahrer ganz nah zu sehen. Und je näher der Zeitpunkt des Eintreffens rückte, desto knisternder wurde die Spannung. Dann endlich: Durch ein Spalier von Cheer-Leadern kamen sie einzeln auf die Bühne, die acht heil heimgekehrten Fahrer der Tour de France und ihr Team-Management. Ein Ruck nach vorne ging durch die Menge, tosender Beifall brach aus. Sie alle feierten ihre Idole. Besonderer Applaus galt Udo Bölts und Georg Totschnig. Für Bölts war es der Abschied vom Profi-Radfahren: "Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Ich schaue nach vorne und beuge mich dem biologischen Prozess des Alterns."Begeisterung ringsum

Totschnig, der als Zwölftplatzierter in Paris angekommen ist, lässt sich feiern und versichert: "Die Begeisterung, die uns hier entgegenschlägt haben wir alle auch während der Tour genossen. Aber das Schönste für einen Fahrer ist es, in Paris anzukommen." Vollauf begeistert waren auch Berthold Holderer und seine Familie aus Konz: "Wir haben einen Fanclub von fast 40 Leuten für das Team Gerolsteiner und haben uns zwei Etappen live angesehen." Holderer weiß, was die Fahrer geleistet haben: "Wir sind zu zehnt selbst eine Bergetappe gefahren. Wenn man das hinter sich hat, kann man nur noch den Hut vor den Sportlern ziehen. " Und das taten sie alle, die ihre Helden auf dem Brunnenplatz feierten. Verbandsbürgermeister Matthias Pauly ging es ebenso. Er verkündete: "Es ist eine riesige Begeisterung in der Region, und wir sind stolz auf unser Team." Nicht auf die sportliche Leistung, wohl aber auf die Werbewirksamkeit der ersten Tour-Teilnahme des Teams Gerolsteiner ging Jörg Croseck, Geschäftsführer des Sponsors Gerolsteiner Brunnen, ein. Er sagte: "Das medienstarke Ereignis Tour de France mit unserem Team Gerolsteiner hat sich für uns gelohnt." Für eine Detail-Analyse, an der bereits gearbeitet werde, sei es aber noch zu früh, berichtete Unternehmenssprecher Stefan Göbel. Die Leistung der Fahrer honorierten Freddy und Erika Johnson aus Wiesbaden: "Dabei sein und heil ankommen - das alleine zählt. Und Uwe Peschel wünschen wir gute Besserung." Gesund und ein wenig müde nach den 3500 Kilometern standen die acht Profis noch lange ihren Fans zur Verfügung. Sie erfüllten die Autogrammwünsche von unendlich vielen Fans. Und die waren waren stolz auf ihre Trophäen. Auch für Benjamin Albers (zwölf Jahre) aus Trier hat es sich gelohnt: "Sie haben alle meinen Fahrradhelm signiert. Ich freue mich sehr darüber." Freudig gefeiert haben die Radsportfans dann auch noch eine gute Weile - noch lange, nachdem die Fahrer schon längst auf dem Heimweg waren.