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Mehr als nur eine Hebammenzentrale

Gesundheitswesen : Mehr als nur eine Hebammenzentrale

Nicht nur alle im Kreistag vertretenen Fraktionen geben sich nicht mit der Schließung der letzten Geburtsstation in der Vulkaneifel zufrieden. Auf Initiative der Interessengemeinschaft (IG) Geburtshilfe trafen sich in Sarmersbach Interessierte mit dem Ziel, eine fachlich fundierte Steuerungsgruppe Geburtshilfe ins Leben zu rufen.

Die vom Kreistag in seiner jüngsten Sitzung beschlossene Hebammenzentrale steht unabhängig davon auf einem anderen Blatt.

„Wir hatten volles Haus und hätten mit den versammelten Kompetenzen gleich eine Geburtshilfestation aufmachen können“, schildert IG-Sprecher Tim Becker zufrieden und mit einem Anflug von optimistischem Humor die Gründungsversammlung der Steuerungsgruppe. „Anästhesisten, Gynäkologen, Hebammen… aus jedem Bereich waren Vertreter da und sind bereit, sich zu engagieren.“ Mit von der Partie waren unter anderem auch Landrat Heinz-Peter Thiel, die Kreisentwickler Dieter Schmitz und Anja Saupe sowie Vertreter der Verbandsgemeinden.

Auch aus der Verbandsgemeinde Ulmen im Nachbarkreis Cochem-Zell waren Mitstreiter angemeldet, konnten jedoch aus Termingründen nicht am Workshop teilnehmen.  „Die Motivation, die Geburtshilfe in der Vulkaneifel wiederaufzubauen, ist sehr groß“, ist Beckers Eindruck. „Es ist spürbar, dass es allen nicht um halbherzige Kompromisse oder Provisorien geht, sondern um nichts weniger als eine voll umfängliche und professionelle Lösung. Wir gehen nun in einen Entwicklungsprozess, in den die Mitglieder der Gruppe viel Vertrauen setzen.“

 Mit den Methoden einer Zukunftswerkstatt ging es in die Gründung einer Steuerungsgruppe, die die Geburtshilfe in der Vulkaneifel wieder aufbauen soll.
Mit den Methoden einer Zukunftswerkstatt ging es in die Gründung einer Steuerungsgruppe, die die Geburtshilfe in der Vulkaneifel wieder aufbauen soll. Foto: TV/Daniel Weber

Am Anfang stehe die klare Vision. „Sie zu verwirklichen erfordert ein methodisches Vorgehen und zeitnah weitere regelmäßige Treffen, aus denen sich verbindliche Handlungsaufträge ergeben.“ Der Verein Bürger für Bürger dient als so genannte Rückgrat-Organisation, um die notwendige Koordinierung zu leisten und auch finanzielle Mittel zu beschaffen. „Die Details werden gemeinsam und auf Augenhöhe erarbeitet“, erwartet Becker eine nachhaltige Lösungsfindung, „und die Öffentlichkeit wird immer wieder mit Informationen auf dem Laufenden gehalten.“