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Schützenbruderschaft Zermüllen feiert 70-jähriges Bestehen

Schützenfest : 70 Jahre für die Dorfgemeinschaft – wie es damals losging mit der Schützenbruderschaft Zermüllen und wie nun zünftig gefeiert wird

Die St.Hubertus-Schützenbruderschaft ist der einzige Verein in dem Kelberger Ortsteil Zermüllen. Und Karl Krämer ist der Einzige, der noch von der Gründung vor 70 Jahren erzählen kann. Am 18. und 19. Juni wird das Jubiläum gefeiert.

Die Idee, etwas für die Jugend und die Gemeinschaft zu tun und eine Schützenbruderschaft zu gründen, hatte im Juli 1952 Josef Ferber – und zwar bei einem Treffen einiger Männer des Dorfs auf einer Bank in der heutigen Bachstraße. Die Anwerbung der Gründungsmitglieder nahm bei einem Rundgang von Haus zu Haus Josef Jung vor. Erster Brudermeister wurde Michael Kaiser. Diese drei Männer und fast alle anderen Gründungsmitglieder leben nicht mehr.

Doch Karl Krämer (85) erinnert sich heute noch so gut an die Gründung, als wenn es gestern gewesen wäre. Mit seinen damals 15 Jahren war er als Jungschütze in die Bruderschaft eingetreten, 1978 und 1992 wurde er Schützenkönig. Doch bei den Zermüllener Schützen sei es nicht nur ums Feiern und die Geselligkeit gegangen, betont er. Auch die Eigenleistung sei immer großgeschrieben worden – ob beim Bau des Schießstandes und der Schützenhalle, beim Umbau des Gemeindehauses oder bis heute bei der Pflege und dem Unterhalt der Donatus-Kapelle.

Alle packten mit an, als 1992 und 2018 die Bruderschaft die Schützenfeste des Bezirksverbandes Maria Laach sowie 1994 und 2005 die Diözesankönigsfeste für Edmund Jax und Alfred Jax ausrichtete. Zu der höchsten Ehre, die der Bruderschaft in seiner 70-jährigen Geschichte zuteil wurde, gehört wohl die Bundeskönigswürde von Edmund Jax im Jahr 2008. Besonderheiten sind auch, dass Matthias Christ 2012 als 18-Jähriger der jüngste Schützenkönig aller Zeiten war und dass Josef Weber 39 Jahre lang die Kasse führte. Aktuell hat der Verein in dem Ortsteil mit etwa 140 Einwohnern 23 Mitglieder, von denen fünf seit 50 Jahren aktive Schützenbrüder sind: Karl Christ, Werner Eich, Alfred Jax, Hans-Peter Jax, Hermann Lui.

Beim nun anstehenden Jubiläum wird Karl Krämer für seine 70-jährige Treue zu dem Verein geehrt. „Der Schützenverein trägt seit seiner Gründung zur Dorfgemeinschaft bei, und in dieser Gemeinschaft fühle ich mich wohl und aufgehoben“, sagt er unserer Zeitung. „Die Bruderschaft ist der einzige eingetragene Verein, den unser Dorf jemals hatte, und ich hoffe, dass er noch lange bestehen bleibt“, erklärt der Jubilar, dem bereits bei der 60-Jahr-Feier der Hohe Bruderschaftsorden für langjährigen beispielhaften Einsatz verliehen wurde. Da darf man gespannt sein, welche Auszeichnung der Historische Deutsche Schützenbund nun für Karl Krämer bereit hält.