ART: Der Mülltonnen-Chip funktioniert in der Regel

Technischer Defekt : Kaputter Mülltonnen-Chip war laut ART ein Einzelfall

Weil das elektronische Bauteil, das die Zahl der Leerungen mitzählt, defekt war, blieb in Gutweiler bei Trier eine Mülltonne stehen. Offenbar handelte es sich um eine Ausnahme.

Der Ärger von Ludwig Weyand aus Gutweiler war groß: Obwohl er seine Restmülltonne korrekt und zum richtigen Termin am Straßenrand postiert hatte, blieb die Tonne voll. Die Müllabfuhr hatte ein Schild daran befestigt: „Kein (funktionierender) Chip“, war darauf zu lesen. Und ohne Chip keine Leerung. „Wenn der Chip nicht eingelesen werden kann, bricht das Fahrzeug die Leerung automatisch ab“, bestätigte ART-Pressesprecherin Kirsten Kielholtz auf TV-Nachfrage.

Damit Ludwig Weyand die Zeit bis zur nächsten Leerung überbrücken kann, schickte der ART ihm zwei 70-Liter-Müllsäcke zu, die beim nächsten Termin kostenlos abtransportiert werden. Mittlerweile wurde die kaputte Tonne bereits gegen eine neue, funktionierende ausgetauscht.

Nachdem der TV über den Fall berichtet hatte, war die Aufregung allerdings groß. Nicht, weil es weitere Fälle wie den in Gutweiler gegeben hätte. „Bislang ist uns nur dieser einzige Fall bekannt, bei dem ein kaputter Chip die Leerung verhindert hat“, betont der ART auf TV-Nachfrage.

Vereinzelt sei es allerdings vorgekommen, dass ein Chip aus der vorgesehenen Halterung gefallen war oder dass alte Tonnen noch nicht mit diesen elektronischen Bauteilen ausgestattet gewesen seien. Bei 90 000 Abfalltonnen, die in der Region insgesamt mit den Digital-Zählern ausgerüstet wurden, seien solche Einzelfälle leider nicht auszuschließen.

Ursache für die Angst der Bürger, wegen Technikproblemen auf ihrem Müll sitzen zu bleiben, war der Irrglaube, dass der weiße Barcode-Aufkleber, mit dem die Abfalltonnen ebenfalls neu ausgestattet wurden, der Chip sei. Einige dachten offenbar sogar, dass der kleine, grün-orange Sticker mit der Aufschrift „Ihre Tonne ist jetzt smart“, mit der ältere, nachgerüstete Tonnen markiert wurden, ein Computerchip sein könnte. Das ist allerdings nicht so. Der Chip, mit dem alle Restmülltonnen versehen wurden, ist im so genannten Kamm der Tonne befestigt und ein elektronisches Bauteil und kein bloßer Aufkleber. Der runde Chip ist unter dem oberen Tonnenrand fest in den Kunststoff eingeschweißt. Ältere Behälter wurde teilweise statt mit einem runden Chip durch so genannte Stiftsockeltransponder nachgerüstet – ein längliches Bauteil, das nahezu unsichtbar in den Behälterrand geschossen wird.

Weder die Aufkleber mit Strichcode noch die bunten Ihre-Tonne-ist-jetzt-smart-Sticker haben mit diesen elektronischen Bauteilen etwas zu tun. Sofern Aufkleber beschädigt oder ausgebleicht sind, hat das daher auch keinerlei Auswirkung auf die Leerung der Tonne. „Der Aufkleber dient nur der Zuordnung des Behälters zu einer Adresse. Gerade an Sammelplätzen kann der Kunde so beim Zurückstellen leicht seine eigene Tonne erkennen“, erläutert ART-Pressesprecherin Kielholtz und betont: „Der Aufkleber ist nicht notwendig, damit das Leerungssystem funktioniert!“