Das Handwerk in der Region wirbt mit allen Mitteln um Nachwuchs

Handwerk : Trommeln für die Duale Ausbildung

Eine Woche haben Wirtschaftsminister Volker Wissing und Staatssekretärin Daniela Schmitt im Land für die Duale Ausbildung geworben. Zum Abschluss besuchte der Minister das BTZ in Kenn. Das Handwerk kann jede Unterstützung brauchen. Die Azubizahlen sind in diesem Jahr um elf Prozent gesunken.

Im Berufsbildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Trier in Kenn hatten die Verantwortlichen ihr BTZ ordentlich für den 1. Azubi-Tag im Bauhauptgewerbe herausgeputzt. Ob das dem Minister galt oder den 130 neuen Lehrlingen, die im Bauausbaubereich anfangen? Der Fachkräftemangel im regionalen Handwerk verschärft sich. In diesem Jahr konnten die Handwerksbetriebe rund elf Prozent weniger junge Leute davon überzeugen, eine Lehre anzugehen als noch ein Jahr zuvor.

Doch dem Trend tritt die HWK mit allen Mitteln entgegen. Unterstützung gab es in dieser Woche vom Wirtschaftsministerium. Auf zehn Stationen sahen sich Wissing und Staatssekretärin Daniela Schmitt an, wozu das Handwerk im Land fähig ist. Und überall die gleiche Botschaft:

„Handwerker sind Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Arbeitsplätze im Handwerk krisensicher und zukunftsfähig – und modern“, sagte Wissing und verwies auf die Digitalisierung, die viele Bereiche des Handwerks bereits erreicht habe. Wissing erinnerte daran, dass das duale Bildungssystem in vielen Ländern weltweit als ein Vorbild gelte. „Die Duale Ausbildung ist überaus wichtig für Rheinland-Pfalz. Schließlich eröffnet sie jungen Menschen die Möglichkeit, in ihrer Heimat Beschäftigung zu finden und ihre Ideen verwirklichen zu können“, sagte der Minister. Auch Kreishandwerksmeister Gerd Benzmüller und HWK-Hauptgeschäftsführer Axel Bettendorf stellten die Chancen und Möglichkeiten im Handwerk heraus. Ein krisensicherer Job, gute Bezahlung und Anerkennung.

Die Botschaft ging natürlich an die neuen Lehrlinge, doch beim erstmals ausgerichteten Azubi-Tag waren auch die Eltern eingeladen, um zu sehen, wo sich ihre Kinder auf ihren Job vorbereiten. Und gerade die Eltern sind für die HWK-Verantwortlichen wichtige Vermittler. Auch Wissing wirbt für ein Umdenken. „Die Duale Ausbildung und die akademische Ausbildung sind absolut gleichberechtigt und für uns wichtig“, sagte er beim Besuch in Kenn. Und: „Wenn alle studieren, wer baut dann noch die Unis?“

Karl-Heinz Schwall stellt mit den Junghandwerkern Albert Lehnert, Moritz Jost, Annika Goebel, Lukas Schmitz (2. Bundessieger 2018) und Jonas Heinen (2. Bundessieger 2016) den neuen Azubis die Herausforderungen und Chancen in ihrem Beruf vor (von links). Foto: TV/Heribert Waschbüsch

In einer kleinen Talkrunde, moderiert von Karl-Heinz Schwall, stellten fünf Junghandwerker ihren Karriereweg vor. Mit Lukas Schmitz und Jonas Heinen waren zwei Bundessieger in ihre Ausbildungsberuf dabei. Ein Tipp: „So lange ich jung bin und mir alles leicht fällt, Gas geben.“ Annika Goebel gehört zu den wenigen Frauen im Elektrogewerbe. Nach ihrer Ausbildung, unter anderem als Lehrling des Monats geehrt, macht sie derzeit ihren Meister in Teilzeit. Der Übergang von der Mädchenschule in die Ausbildung ist ihr leichtgefallen. „An der Schule gab es oft Zickenalarm. Im Job ist es manchmal hart, aber meist ehrlich.“

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