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Ein neuer Name für die Hochwald-Molkerei

Ein neuer Name für die Hochwald-Molkerei

Nach der Fusion der Milch-Union Hocheifel (Muh) in Pronsfeld mit der dänisch-schwedischen Molkereigenossenschaft Arla bleibt die Hochwald Milch eG die einzige eigenständige rheinland-pfälzische Molkerei. In der Vertreterversammlung der Muttergenossenschaft, die nun Hochwald Milch eG heißt, wurde klar: Die Zeichen stehen auf Wachstum.

Thalfang/Ochtendung. Aus den Hochwald Nahrungsmittelwerken wird die neue Hochwald Foods GmbH, aus ihrer Muttergenossenschaft, der Erbeskopf Eifelperle GmbH, wird die Hochwald Milch eG. Bereits aus dem neuen Namen für die einzig verbleibende rheinland-pfälzische Molkerei wird deutlich, wohin die Reise für die Milchwirtschaft im Hochwald geht: Richtung Auslandsgeschäft.
Gebremste Inlands-Nachfrage


Denn im Inland, vor allem im Bereich der sogenannten weißen Linie - H-Milch, Frischmilch, Milchgetränke, Sahne, Joghurt und Quark - sind die Geschäfte im vergangenen Jahr nicht zufriedenstellend verlaufen, wie Karl-Heinz Engel, Hauptgeschäftsführer der Hochwald Milch eG, bei der Vertreterversammlung der Genossenschaft mitteilte. "Wir haben zwar den Milchauszahlungspreis um 11,5 Prozent auf 37,9 Cent je Kilogramm gesteigert. Aber wir hatten uns mehr vorgenommen und die selbst gesteckten Ziele nicht erreichen können", sagte er. Heißt: Die Umsatzsteigerung von acht Prozent auf nun 1,26 Milliarden Euro wurde zum großen Teil durch den gesteigerten Absatz im Ausland (plus 13,5 Prozent) erzielt. Der Anteil des Exportgeschäfts beträgt ein Drittel am Gesamtumsatz.
Hier sind die Hochwälder deutschlandweit führend, was die Erfahrung mit dem Milchverkauf außerhalb der EU angeht. Bereits seit den 1950er Jahren exportiert die Molkerei ihre Dosenmilch. Inzwischen gibt es 158 Auslandsmärkte von Nordafrika bis nach China. Und dort boomt das Geschäft.
Allein im Dosenmilchbereich außerhalb der EU gibt es ein Absatzplus von rund 20 Prozent. So kommt es nicht von ungefähr, dass die Hochwald Foods GmbH ihre Fühler bis in den Nahen Osten ausgestreckt hat und dort eine Vertriebsgesellschaft gründen will (der TV berichtete).
Hinzu kommt eine neue Organisationsstruktur von fünf Einheiten, die sich auf die Schwerpunkte Marken, Milch, Käse, Ingredients (Milchpulver) und International konzentriert. "Der Milchmarkt ist in einer Umbruchphase. Aber wir sind gut aufgestellt", bescheinigt Engel.
Und so setzt der Hochwald-Hauptgeschäftsführer neben der Ausweitung des Exports auf die Konzentration des gewinnträchtigeren Geschäfts mit Käse. Beispiel: Der Absatz des Hochwald-eigenen Mozzarella-Käses, den das Unternehmen vor allem nach Italien exportiert und an die Pizza-Industrie verkauft, soll von 24 auf 40 Millionen Kilogramm gesteigert werden, zudem soll die Spezilialität nun auch im Einzelhandel etabliert werden.
Weiterer Wachstumsgarant soll eine steigende Verarbeitungsmenge werden. Zum 1. Juli sind zu den bislang verarbeiteten zwei Milliarden Kilogramm Milch neue Bauern mit rund 50 Millionen Kilogramm Milch hinzugekommen. Eine Kapazitätsausweitung auf 2,1 Milliarden Kilogramm sei deshalb durchaus realistisch. "Wir wollen weiter genossenschaftlich wachsen und sind für neue Mitglieder jederzeit offen", sagt Karl-Heinz Engel.