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Galeria Karstadt Kaufhof kämpft um die Zukunft

Handel : Bangen um Karstadt-Kaufhof-Standorte in Trier

Bundesweit droht 80 der 170 Filialen die Schließung – Gesamtbetriebsrat und Gewerkschaft fordern zukunftsfähiges Konzept.

Wie sieht die Zukunft der drei Galeria-Karstadt-Kaufhof-Häuser in Trier aus? Die rund 300 Beschäftigten wurden gestern Morgen zeitgleich in den beiden Häusern in der Simeonstraße und dem in der Fleischstraße in Betriebsversammlungen informiert. Dabei war die Atmosphäre angespannt. „Die Stimmung unter den Kollegen ist sehr bedrückt“, sagte der Betriebsratsvorsitzende von Galeria Kaufhof in der Fleischstraße und Mitglied des bundesweiten Gesamtbetriebsrats, Wolfgang Negwer, dem TV nach den Versammlungen. Und Verdi-Gewerkschaftssekretär Thomas Müssig ergänzt: „Das ist für alle Mitarbeiter sehr emotional. Sie sind frustriert, wütend, manche weinen. Viele sind seit Jahrzehnten im Unternehmen. Nun ist ihre Zukunft ungewiss.“

Derzeit verhandelt das Unternehmen mit dem Gesamtbetriebsrat über einen Sanierungsplan und einen Interessenausgleich. Galeria Karstadt Kaufhof hatte im April eine Schutzschirm-Insolvenz eingeleitet.

Bei den gestrigen Versammlungen konnten Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi den Beschäftigten allerdings noch wenig Konkretes berichten. Es liegen zwar Pläne vor, dass bundesweit 80 der 170 Häuser vor der Schließung stehen und dass den rund 28 000 Mitarbeitern massive Stellenstreichungen und Gehaltseinbußen drohen. „Wir sind derzeit in Verhandlungen und wissen noch nicht, welche Häuser betroffen sein könnten“, erklärt Wolfgang Negwer. „Selbst wenn ein Haus in der Vergangenheit wirtschaftlich gut da­stand, ist das kein Garant, dass es in Zukunft weiterbesteht“, so Negwer. „Niemand kann sich derzeit sicher sein,“ mahnt er. In Trier betreibt die Gruppe drei Häuser mit je etwa 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche, Galeria Kaufhof und Galeria Karstadt in der Simeonstraße, und Galeria Kaufhof in der Fleischstraße.

Der Lockdown hat die wirtschaftliche Lage der Warenhaus-Gruppe weiter verschärft. Deshalb sei es nun wichtig, dass ein zukunftsfähiges Sanierungsprogramm angeschoben werde. „Wir können nicht auf der einen Seite auf Gehalt verzichten, ohne dass das Unternehmen Geld für ein tragfähiges Konzept in die Hand nimmt,“ erklärt Negwer. Und auch seine Kollegin, Evelyn Johann, Betriebsratsvorsitzende bei Galeria Karstadt in der Simeonstraße, hofft auf eine zukunftsfähige Lösung und auf die Hilfe und Unterstützung der Politik. „Bei den drei Versammlungen waren Bürgermeisterin Elvira Garbes und die Stadtbeigeordneten Andreas Ludwig und Thomas Schmitt anwesend. Wir hoffen, dass sie uns unterstützen, vielleicht auch die Hilfe der Vermieter einfordern, denn wie würde das Stadtbild ohne eines der drei Traditionshäuser aussehen?“