Der Robert wird’s schon richten

In der polnischen Fußball-Nationalmannschaft überstrahlt einer alle: Stürmer Robert Lewandowski ist der Topstar. Auch Paul Manka, gebürtiger Pole und Inhaber eines Fliesenstudios in Prüm, ist ein großer Fan des 27-Jährigen.

Prüm. Fliesen und Fußball haben zunächst einmal nichts gemein. Sollte man meinen. Denkste! Ein Hersteller bringt jedes Jahr eine Fan-Fliese des 1. FC Köln auf den Markt. Eine 50 mal 50 Zentimeter große Kachel mit Autogrammkopien sämtlicher Spieler. "Hier in der Eifel gibt es viele FC-Fans, deshalb habe ich sie im Programm. Sie verkauft sich sehr gut", berichtet Paul Manka, Geschäftsführer des Prümer Fliesenstudios Manka GmbH.
Der 36-Jährige ist selbst kein glühender Fußball-Fanatiker. 2012 überlegte er, ein EM-Spiel in Breslau zu schauen - die Gesamtkosten von 400 Euro waren ihm aber zu viel. Wenn er unterwegs ist, schaut sich Manka Stadien an - etwa in Barcelona oder Mailand - jedoch vor allem der Architektur wegen. Bei Europapokalspielen oder großen Turnieren ist aber auch Manka vor dem Fernseher mit von der Partie. Dann werden auch mal bei entsprechendem Anlass die Kollegen ein bisschen aufgezogen - etwa, als Polen die deutsche Elf in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2016 mit 2:0 in Warschau bezwungen hatte.
Manka ist in Polen geboren, in der Nähe von Kattowitz in Schlesien. 1987 kam er nach Deutschland, zuerst nach Idar-Oberstein, dann nach Prüm. Seit 2013 führt er sein eigenes Fliesenstudio. Als Jugendlicher hat er Fußball im Verein gespielt, als Stürmer.
Kein Wunder, dass er auch große Sympathien für einen der aktuell besten Stürmer in Europa hegt: Robert Lewandowski, Polens große Hoffnung im Hinblick auf die EM, wo die Vorrundengegner Ukraine, Nordirland und - wieder - Deutschland heißen. "Robert ist ein Weltklassespieler. Trotzdem ist er sehr bodenständig geblieben. Mir gefällt, wie er sich in Polen für die Nachwuchsförderung einsetzt", sagt Manka. Neben Lewandowski hätten auch Lukasz Piszczek von Borussia Dortmund, Jakub Baszczykowski (einst Dortmund, jetzt Florenz) und Torwart Wojciech Szczêsny (AS Rom) die Nationalmannschaft weit nach vorne gebracht. Manka: "Es gab Zeiten, da konnte man sich die Spiele Polens nicht anschauen. Jetzt hat der Trainer eine gute Elf zusammen."
Der Coach heißt Adam Nawalka. Er hofft auf ein besseres Abschneiden als in der Vergangenheit. Bislang war Polen drei Mal qualifiziert, zuletzt war zwei Mal nach der Vorrunde Schluss. Manka teilt den Optimismus des Nationaltrainers: "Sollte die Mannschaft die sehr starke Vorrundengruppe überstehen, ist das Viertelfinale drin, vielleicht sogar das Halbfinale." Das Duell mit Deutschland erachtet er als "heißes Ding". Da zwei Herzen in seiner Brust schlagen, sagt Manka diplomatisch: "Der Bessere soll gewinnen - und beide Mannschaften sollen es ins Achtelfinale schaffen."
Wer Europameister wird, ist offen - in Mankas Betrieb soll es aber bei der EM auf jeden Fall viele Sieger geben. Laut Manka ist ein Tippspiel ins Auge gefasst worden - mit den Einnahmen soll ein Grillfest für die Mitarbeiter organisiert werden.Extra

Foto: Michael - 3D Wallpaper Studio (3 (g_sport

Am 10. Juni beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Der TV stellt im Vorfeld die 24 Teilnehmernationen vor. Dazu treffen wir uns mit Landsleuten, die in der Region Trier verwurzelt sind. Bei einem landestypischen Essen oder Getränk plaudern wir über Land und Leute - und Fußball. Heute geht's um Polen - mit Paul Manka. Alle bisher erschienenen Serienteile gibt's online: www.volksfreund.de/em