| 21:53 Uhr

Mission Klassenerhalt: Je schneller, desto besser

Das Team der Miezen für die Saison 2010/2011: obere Reihe von links: Physiotherapeutinnen Vera Kusche und Sabrina Thomas, Mannschaftsbetreuer Angelo Dimic, Antonia Pütz, Willemijn Karsten, Sylvia Solic, Katrin Premm, Nathalie Adeberg, Katrin Schneider, Athletik-Trainer Sascha Syré, Co-Trainer Stefan Premm, Trainer Thomas Happe, mittlere Reihe von links nach rechts: Tessa Cocx, Jelena Popovic, Megane Vallet, Judith Derbach, Eva Lennartz, Jana Arnosova, vordere Reihe: Anna Monz, Daniela Vogt, Jessica Kockler. Es fehlen Lena Zelmel, Mannschaftsbetreuer Günter Schuster, Physiotherapeut Ansgar Steinrücke. Foto: Tri-Sign
Das Team der Miezen für die Saison 2010/2011: obere Reihe von links: Physiotherapeutinnen Vera Kusche und Sabrina Thomas, Mannschaftsbetreuer Angelo Dimic, Antonia Pütz, Willemijn Karsten, Sylvia Solic, Katrin Premm, Nathalie Adeberg, Katrin Schneider, Athletik-Trainer Sascha Syré, Co-Trainer Stefan Premm, Trainer Thomas Happe, mittlere Reihe von links nach rechts: Tessa Cocx, Jelena Popovic, Megane Vallet, Judith Derbach, Eva Lennartz, Jana Arnosova, vordere Reihe: Anna Monz, Daniela Vogt, Jessica Kockler. Es fehlen Lena Zelmel, Mannschaftsbetreuer Günter Schuster, Physiotherapeut Ansgar Steinrücke. Foto: Tri-Sign
Mit vielen jungen Gesichtern, zwei echten Neuzugängen, aber nur wenigen Leistungsträgerinnen gehen die Trierer Miezen in die neue Saison. Das einzige Ziel heißt - vorrangig finanziell bedingt - Klassenerhalt. Von unserem Redakteur Björn Pazen

Trier. Die Miezen-Fans schwelgen noch oft in der Vergangenheit: Meister 2003, Champions League 2004, Europapokal, Spitzenkräfte wie Maren Baumbach, Anja Althaus oder Svetlana Mozgowaia - aber dieses Anspruchsdenken ist spätestens jetzt absolut tabu. Nachdem in der Vorsaison der Abstieg erst am letzten Spieltag verhindert wurde, heißt bei den Miezen auch für die neue Spielzeit das einzige Ziel Klassenerhalt.

Zahlreiche Stammspielerinnen wie Nadgornaja, Jakubisova, Jochin, Egger oder Huber haben den Verein verlassen, dem stehen bisher nur zwei "echte" Neuverpflichtungen gegenüber: die Niederländerin Tessa Cocx vom Bundesliga-Absteiger Dortmund und die Serbin Jelena Popovic (RK Zajecar). Dazu kommt mit der tschechischen Rechtsaußen Jana Arnosova eine Spielerin, die 2009 ihre Karriere eigentlich beendet hatte und nun wieder zurückkehrte. Keine rosigen Aussichten für die Miezen, die derzeit noch auf der Suche nach einer erfahrenen Rückraumspielerin sind. Das liebe Geld liegt eben gerade in Trier, wo drei Profivereine um einen übersichtlichen Kreis von Sponsoren buhlen, nicht auf der Straße. "Es war noch nie so schwer wie dieses Jahr, einen adäquaten Etat aufzustellen", sagt MJC-Vorstand Martin Rommel. Daher ist auch allen bewusst, wohin die Reise geht. "So schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern, vielleicht den einen oder anderen Favoriten ärgern", gibt Arnosova vor. Mehr ist nicht drin - mittelfristig aber soll der Nachwuchs verstärkt integriert werden. Trier ist DHB-Stützpunkt, verfügt über ein Sportinternat und eine hoffnungsvolle Drittliga-Mannschaft mit vielen Talenten. Einige dieser "Rohdiamanten" wie Jugend-Nationalspielerin Katrin Premm sollen jetzt schon integriert werden. "Wir müssen Geduld haben", lautet daher die Losung von Trainer Thomas Happe.

In der Vorbereitung, in der die Miezen fast ausschließlich gegen europäische Spitzenteams antraten, zeigte sich die Arbeit Happes, der die MJC im Januar übernommen hatte: Der Ex-Nationalspieler legen größten Wert auf die Defensive - und die steht deutlich besser als in der Vorsaison. Aber im Angriff ist Trier leicht ausrechenbar, die Verantwortung liegt ausschließlich auf den Schultern von Cocx, Popovic sowie von der Niederländerin Willemijn Karsten, die eine bärenstarke Vorbereitung zeigte.

Das Kernproblem für die neue Saison: Die erste Sechs ist bundesligatauglich, die übrigen (jungen) Spielerinnen sind noch nicht so weit. Es wird sich zeigen, wie lange die Kräfte der Stammformation reichen, ganz schwierig wird es bei langfristigen Ausfällen. Und um den Wunsch aller, "nie wieder eine solche Zittersaison wie im Vorjahr" zu erfüllen, muss das Team über sich hinauswachsen. Mannschaften wie Leipzig, Oldenburg oder Erfurt sind außer Reichweite, die Konkurrenz heißt Bietigheim oder Rosengarten. Nach der Vorsaison gilt es zudem, wieder Kredit bei den Fans zu gewinnen.