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Gemeinsam läuft’s sich leichter

Gemeinsam läuft’s sich leichter

200 Schüler laufen mit großem Spaß für ein Projekt in Ruanda von Trier nach Bernkastel-Kues. Innerhalb von gut sechs Stunden absolvieren sie die 57 Kilometer lange Strecke

Seit 2009 organisiert der Lehrer Andreas Huhn von der Bernkastel-Kuser Burg-Landshut-Schule einen Spendenlauf für Ruanda entlang der Mosel. Kurz bevor es in die Osterferien geht, nehmen Schüler abwechselnd die fast 60 Kilometer lange, in elf Etappen aufgeteilte Strecke in Angriff und sammeln so Geld für ihre Altersgenossen im afrikanischen Ruanda.
Insgesamt rund 200 Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene mit und ohne Behinderung waren diesmal auf Teilabschnitten oder während der insgesamt mehr als sieben Stunden dauernden Aktion dabei. "Irgendwann konnte ich nicht mehr", erzählt die 13-jährige Lisa. "Aber da habe ich Eddy gesehen und bin neben ihm gelaufen. Er hat immer gesagt: Du schaffst das. Und da bin ich einfach weitergelaufen." Auch für den Motivator, der zum ersten Mal beim Ruandalauf dabei war, war es hilfreich, dass er gebraucht wurde. Die Anstrengung von einigen Dutzend Kilometern war so nicht so spürbar. "Ich bin von Trier bis Bernkastel dabei gewesen, aber nicht durchgehend gelaufen", erzählt der Zwölfjährige. Und weil er im Laufkurs an seiner Schule seine Kräfte einzuteilen gelernt und seine Ausdauer trainiert hat, sei es eigentlich auch nicht so anstrengend gewesen.
Die jüngeren Ruandalauf-Teilnehmer, wie die vielen Kinder der Grundschule Kröv, liefen meist den letzten Streckenabschnitt mit. Ein besonderes Erlebnis: Der Zieleinlauf vor der Sparkassen-Zentrale in Bernkastel-Kues auf der von der Polizei abgesperrten Straße. Das sei schon toll gewesen, sagt Annie. Die letzten Meter entschädigten für die Anstrengung zuvor. Doch mit ein bisschen Training ließen sich die Strecken auch für Zehnjährige wie die junge Kröverin bewältigen. "Wir sind manchmal in der Sport-AG laufen gegangen", erzählt Annie, die bei der Vorbereitung auch gelernt hat, dass der Ruandalauf nicht nur Selbstzweck ist. "Wir laufen für arme Kinder", erklärt sie.
Die Spenden der zuvor von den Kindern angesprochenen Sponsoren (sie zahlten pro Kilometer oder einen pauschalen Betrag) fließen diesmal in ein Schulbauprojekt in Rulindo. Huhns Aktion sei eine tolle Sache, vor allem die Kontinuität, mit der der Lauf seit 2009 alljährlich durchgeführt wird, freute sich der Trierer Ruanda-Komitee-Vorsitzende Helmut Scherf.