EM-Kolumne Oh, là, là!

Zwei Jahre müssen wir jetzt bis zum nächsten großen Fußball-Turnier warten - bis zur WM 2018. Für den deutschen Fußballfan werden diese Jahre so vergehen wie immer. Mit Bundesliga und Champions League.

Möglicherweise auch mit Regionalliga, Oberliga und Kreisliga. Und mit der Formung einer neuen Nationalmannschaft, die in zwei Jahren wieder angreifen wird. In dieser Zeit wird dieser Fan wohl wie immer kaum daran denken, dass er zu den privilegiertesten Sportanhängern der Welt gehört. Denn seit Jahrzehnten sind die deutschen Teams immer ein Faktor gewesen, mit dem man in einem großen Turnier rechnen muss. Ja, es gab die Durststrecke in den 2000er Jahren, und es gab Katastrophen-Weltmeisterschaften wie 1978 in Argentinien. Doch das waren Ausnahmen. Betrachtet man das große Bild, dann haben die verschiedenen deutschen Nationalmannschaften den Fangenerationen über Jahrzehnte hinweg in einer unglaublichen Konstanz viel Vorfreude, Spaß und Spannung beschert. Dieses Mal war es das Halbfinale. Wer es tatsächlich wagt, in diesen Satz vor dem ,,das" ein ,,nur" einzufügen, der hat keine Ahnung, wovon er spricht. Die EM war aus deutscher Sicht ein großartiges Turnier mit Wahnsinnsaktionen, starken Spielen und hervorragenden Spielern. Denn, und diesen Satz sollten sich viele sehr gut merken: Es ist absolut unmöglich, immer bis ins Finale zu kommen, immer zu gewinnen, immer den Pott zu feiern. Die Freude an kleineren Erfolgen ist eine Kunst, die der deutsche Fan sehr sehr lange vernachlässigt hat.