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Die Sozialpolitik liegt ihr am Herzen

Die Sozialpolitik liegt ihr am Herzen

Aufgewachsen in Norddeutschland, lebt Corinna Rüffer seit 1996 in Trier. Die 37-jährige Politikerin tritt als Direktkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen zur Bundestagswahl am 22. September an. Der TV hat mit ihr über ihren Werdegang und ihre politischen Ziele gesprochen.

Trier. Der Kreiswahlausschuss gibt als Corinna Rüffers Beruf "ehrenamtliche Politikerin" an. Wenn es nach der 37-Jährigen geht, soll das sich bald ändern beziehungsweise erweitert werden, denn die Trierer Stadträtin strebt ein Bundestagsmandat an. Die Chancen stehen sehr gut, dass sie das Ziel über Platz drei der Landesliste erreicht.
Davon geht Rüffer aus und räumt ein: "Auf das Direktmandat zu spekulieren wäre vermessen. Aber ich will meine Positionen vertreten und Flagge zeigen. Die Menschen sollen später wissen, wer für sie im Bundestag sitzt."
Geboren bei Osnabrück (Niedersachsen) und aufgewachsen im idyllischen Dorf Holte, besuchte Corinna Rüffer ein Jahr lang eine High School in Arizona (USA) - über ein Austauschprogramm des Bundestags. "Ich war schon immer politisch interessiert." Nach dem Abitur suchte sie sich zum Studium (Politikwissenschaften und Öffentliches Recht) 1996 Trier aus: "Die Stadt ist einfach schön, und ich konnte mein Pferd gut unterbringen."
Das Studium schloss sie nicht ab, da die praktische Politik in den Vordergrund trat. Sie organisierte das Wahlkreisbüro des grünen Landtagsabgeordneten Reiner Marz. Den Einsatz für Asylbewerber setzte sie in ihrer Freizeit fort: "Das Thema hat mich nie losgelassen."
Ihre politische Heimat fand sie bei den Grünen. "Bei einer Mitgliederversammlung in Trier war ich positiv überrascht von der großen Meinungsvielfalt und Offenheit." 1998 bis 2008 und 2010 bis 2012 fungierte Rüffer als Vorstandssprecherin, aktuell als Beisitzerin im Kreisverband Trier-Stadt. Ihr Bekenntnis: "Ich bin mit voller Überzeugung Politikerin und liebe Parteiveranstaltungen."
Ihr Ziel lautet wie 2005, als sie 5,6 Prozent der Erststimmen bekam, Bundestag, da dort die Entscheidungskompetenzen in den Bereichen Asylpolitik und Soziales lägen. Im Wahlkampf habe sie durch Gespräche mit Langzeitarbeitslosen aus erster Hand erfahren, was es bedeute, in Armut zu leben.
Um das ändern und die öffentliche Infrastruktur erhalten zu können, soll der Spitzensteuersatz moderat steigen, eine Vermögensabgabe eingeführt werden und Berufsgruppen Selbstständiger, die bisher nicht gewerbesteuerpflichtig sind, einbezogen werden. Ein branchenübergreifender, flächendeckender Mindestlohn sei längst überfällig, auch um die Zahl der Minijobs einzudämmen. "Wir brauchen mehr Verteilungsgerechtigkeit, um den Unterschied zwischen Arm und Reich nicht zu groß werden zu lassen."
Seit 15 Jahren ist Corinna Rüffer mit ihrem heute 42-jährigen Lebensgefährten zusammen. Der Mathematik-Professor lehrt seit 2006 an einer Uni in England. Ihre gemeinsame Tochter Marlene hat das Down-Syndrom. "Das hat mir um so mehr bewusst gemacht: Wir müssen zeigen, wie wertvoll jedes Leben ist. Jeder Mensch hat das Recht auf Teilhabe und Inklusion. Es gibt noch viel zu tun, um gleiche Chancen zu schaffen."Extra

Die Wahlkreisversammlung von Bündnis 90/Die Grünen hat Corinna Rüffer einstimmig als Direktkandidatin für die Bundestagswahl im Wahlkreis Trier nominiert. Rüffer war bei dieser Versammlung einzige Kandidatin. Beim Landesdelegiertentag der Grünen in Lahnstein wurde Rüffer auf den aussichtsreichen Platz drei der Landesliste gewählt. Das Wahlergebnis der Grünen 2009 für den Wahlkreis 204 betrug bei den Erststimmen 10,5 Prozent (Direktkandidat war Sascha Gottschalk), bei den Zweitstimmen 12,1 Prozent. cusExtra

Der Bundestagswahlkreis 204 trägt den Namen Trier . Er umfasst zum einen die kreisfreie Stadt Trier und zum anderen den Landkreis Trier-Saarburg. Bei der Bundestagswahl 2009 gab es im Wahlkreis Trier knapp 192 000 Wahlberechtigte. cus


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