Mit Chips und Bier zum Popcorn-Kino

Mit Chips und Bier zum Popcorn-Kino

G roßes erwächst ja meist aus kleinen Anfängen. Beim Kulturverein Oberes Ruwertal war eine Kasse, in die beim Filmegucken für Bier und Chips eingezahlt wurde, der Geburtshelfer.

"Wir müssen mit dem Geld mal was machen", hieß es. Und schon war der Grundstock für "Kultur statt Langeweile" gelegt. Im Fernsehen kommt ja eh nix, und sich mit mehreren zum Kinobesuch in der Stadt zu verabreden, das lässt sich auch nicht immer so leicht organisieren.

Also haben Arne Langner, Bernd Krieger und Robert Osmann vor knapp zwei Jahren angefangen, ihr eigenes Kinoprogramm zu machen. Erst wurde abgestimmt, was man gucken möchte, dann wurde der Film besorgt und in dem kleinen Hotel von Robert Osman zusammen geschaut.

Die Cineasten-Freunde nannten sich fortan "Djangos Kino Klub". Das ist eine Reminiszenz an den ersten Filmabend, an dem "Django Unchained" lief. Es folgten Streifen von Martin Scorsese, auch die Filme Dead Man und Stromberg kamen auf die Liste.

Bald hatten sich mehr als ein Dutzend Filmfreunde aus dem Raum Gusterath-Lonzenburg-Pluwig dem Trio angeschlossen - und die gemeinsame Kasse, in die für Bier und Chips während der Kinovorstellungen eingezahlt wurde, füllte sich prächtig. "Wir haben rumgesponnen, dass wir mal ein Open-Air-Kino in Gusterath machen sollten", erzählt Arne Langner (39), "und dass wir die Bierkasse als Grundstock für einen Kulturverein nehmen könnten."

Am 19. März wurden dann die "Hirngespinste" in die Tat umgesetzt: 25 Frauen und Männer gründeten den "Kulturverein Oberes Ruwertal". Erste Veranstaltungen folgten, so die 1. Blues Brothers Film- und Tanzparty in Osmans Lounge und ein Livekonzert mit der Band Soberly im Rahmen des "Lonzenburger Suppenjazz" in der Musikscheune Lonzenburg. Die Location gehört Vereinsmitglied Marius Kliche.

Anfang September wurde auch der große Traum der Truppe verwirklicht: das Kino-Open-Air im Gusterather "Amphitheater". Am frühen Abend lief der Kinderfilm "Rico, Oskar und die Tieferschatten", dann - bei Dunkelheit - die Tragikomödie "Honig im Kopf" von Til Schweiger. Eine Mischung, die beim Publikum gut ankam.

Demnächst will der Kulturverein das Vereinsgeschehen transparenter machen. Internet-Seiten sind geplant, eine Facebook-Seite existiert bereits. Neben dem Freiluftkino sind für Herbst und Winter weitere Aktivitäten geplant, darunter ein heimatgeschichtlicher Vortrag von Michael Weidert über die Geschichte des Weinbaus im Ruwertal (mit Weinprobe), ein Drachenbau-Workshop und diverse Whisky-Proben.

Gusteraths Ortsbürgermeister Alfred Bläser findet es toll, dass "gestandene Männer die Ruwertaler Kulturszene aufmischen wollen". Ehrenamtliches Engagement sei ja heute nicht mehr selbstverständlich. Als Grundstock fürs Kino-Open-Air hat die Gemeinde dem Kulturverein 100 Euro übergeben.

Bläser kann sich gut vorstellen, dass der Kulturverein Oberes Ruwertal später einmal gemeinsame Veranstaltungen mit der Gemeinde, der Bücherei oder anderen Vereinen im Ort anbietet.Extra

Foto: (g_pol3 )

Der Vorstand des Kulturvereins Oberes Ruwertal: 1. Vorsitzender Arne Langner (Gusterath), 2. Vorsitzender Marius Kliche (Lonzenburg), Schatzmeister Fausto Ravida, Schriftführer Michael Basten, Beisitzer Werner Tiedemann, Thomas Kaup-Filc (alle Gusterath). Die Mitglieder freuen sich über Neuanmeldungen (Beitrag 20 Euro im Jahr, Partner und Kinder ab 16 Jahren zehn Euro). Kontaktaufnahme: Arne Langner: aclangner@gmail.com (Telefon 06588/421626), Marius Kliche: kliche@gmx.de (Telefon 06588/983660) oder über Facebook: Kulturverein Oberes Ruwertal. anf