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"Wenn er überlebt, schenke ich ihm ein Kind"

"Wenn er überlebt, schenke ich ihm ein Kind"

Das eiserne Kreuz, eine Ansteckbrosche und ein Foto. Das sind die Erinnerungsstücke an den Trierer Lehrer Peter Palzer. Seine Enkelin verwahrt sie und die Erlebnisse des Mannes in der Zeit des Ersten Weltkriegs.

Trier. "Peter Palzer war ein gütiger und lieber Mann." Das sagt seine Enkelin. Sie hat ihn zwar nicht persönlich gekannt, weil er im Alter von 54 Jahren gestorben ist. Angesichts seiner Einsatzorte im Ersten Weltkrieg gleicht es dennoch fast einem Wunder, dass er überhaupt so alt geworden ist.
Die Enkelin von Peter Palzer ist bescheiden, will nicht selbst in Erscheinung treten, schon gar nicht in der Tageszeitung. Dabei hat sie so viel zu erzählen, auch über die Nachkommen des Weltkriegsveteranen, der nach Ende der blutigen Schlachten in seiner Heimat als Lehrer wirkte.
"Er war in Verdun, Fort Douaumont, und in Russland", verrät die Frau, die einige Erinnerungsstücke an ihren Großvater aufbewahrt: Ein Foto, auf dem ein stolzer Mann mit seinem kleinen Sohn posiert. Sie hat auch noch das Eiserne Kreuz, das Frontkämpfern verliehen wurde. Eine Ansteckbrosche mit einem Medaillon, das einen Soldaten mit Stahlhelm im Konterfei zeigt, ist etwas Besonderes. "Soweit ich weiß, hat Peter Palzer nach dem Krieg den Frontkämpferverein mitbegründet", erklärt die Nachfahrin.
"Er war ein Vater, der von seiner Frau sehr vermisst wurde", erzählt sie. "Bei der Familie lagen die Nerven blank. Die Ehefrau hat deshalb versprochen, trotz ihres für damalige Zeiten hohen Alters noch ein Kind zu bekommen, wenn er lebend aus dem Krieg zurückkommt." Dieses Versprechen hat Frau Palzer gehalten. So wurde die zweite Tochter des Paares geboren. Nicht sehr lange konnte diese die Liebe ihres Vaters erleben, der zwar ohne schwere körperliche Verletzung von den Schlachtfeldern heimkehrte. Krank sei er dennoch häufig gewesen, weiß seine EnkelinPeter Palzer starb im Alter von 54 Jahren. In einer Todesanzeige würde die Formulierung "plötzlich und unerwartet" lauten.
volksfreund.de/weltkriegExtra

Die Schlacht um Verdun war eine der bedeutendsten des Ersten Weltkrieges an der Westfront. Sie begann am 21. Februar 1916 mit einem Angriff deutscher Truppen auf die französische Festung Verdun und endete am 19. Dezember 1916. Das Fort Douaumont wurde am 2. März 1916 nach sehr verlustreichen Kämpfen erobert. Am 8. Mai 1916 kam es dort zu einer Explosionskatastrophe und dem Verlust von etwa 800 Soldaten. Am 26. Oktober 1916 wurde das Fort schließlich von den französischen Truppen zurückerobert. In den zehn Monaten der Schlacht starben mehr als 300 000 Menschen, mindestens 600 000 wurden verletzt. red Quelle: Wikipedia