| 11:50 Uhr

Polizei
Feuer in Trier-West: Polizei glaubt an Brandstiftung (Update/Video)

FOTO: Agentur siko
Trier. In der Nacht zum Donnerstag rettet die Berufsfeuerwehr Trier die Bewohner eines Mehrfamilienhauses aus dem völlig verrauchten Gebäude. Die Kripo ermittelt. Von Jörg Pistorius
Jörg Pistorius

Der Notruf trifft um 3.40 Uhr ein: Im Keller eines Hauses in Trier-West brennt es, sagt ein Augenzeuge. Die Berufsfeuerwehr rückt sofort aus, die Leitstelle am Barbaraufer alarmiert außerdem die Löschzüge Biewer und Euren.

Der Brandherd liegt in der Peter-Schroeder-Straße in der Nähe der Gneisenaukaserne. Die Einsatzkräfte finden eine sehr gefährliche Situation vor: Das Feuer ist in einem Kellerraum ausgebrochen und hat bereits auf einen zweiten übergegriffen. Im wahrsten Sinne brandgefährlich ist der Rauch, der durch das Treppenhaus nach oben zieht und die Bewohner gefährdet. Dieser hochgiftige Rauch ist bei einem Hausbrand die Gefahrenquelle Nummer eins. 70 Prozent aller Opfer verbrennen nicht, sie ersticken.

FOTO: Agentur siko

Die Brandbekämpfer wissen, dass sie wenig Zeit haben, sie reagieren schnell und konsequent. Zwei Anwohner können sich selbst in Sicherheit bringen, die übrigen acht schaffen es mit Hilfe der Feuerwehrmänner sicher und unverletzt durch das mittlerweile mit Rauch gefüllte und damit unpassierbare Treppenhaus nach draußen.

Um Rauchvergiftungen zu verhindern, setzt die Feuerwehr den Bewohnern sogenannte Fluchthauben auf: Das ist eine Art Maske mit einem Sichtfenster und einem Atemfilter, der verhindert, dass giftige Gase und vor allem Kohlenmonoxid eindringen.

FOTO: Agentur siko

Mehrere Einsatzgruppen bekämpfen den Kellerbrand – ebenfalls eine schwierige Mission, da dort viel Papier gelagert ist, in dem sich kleine Brandnester bilden können. Die Löscharbeiten dauern bis sechs Uhr morgens. Zu Sperrungen und Verkehrsbehinderungen kommt es nicht, denn die Peter-Schroeder-Straße ist eine Sackgasse, an deren Ende der Brandort liegt.

40 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Sie werden von weiteren 25 Mitgliedern einer Schnelleinsatzgruppe verstärkt. Ernst Mettlach, Sprecher der Stadt Trier, ist ebenfalls vor Ort. „Die Schnelleinsatzgruppe besteht aus medizinischen und technischen Einsatzkräften“, erklärt er. „Sie unterstützt die Feuerwehr beispielsweise in der Versorgung der Bewohner eines brennenden Hauses.“ Generell, so Mettlach, schließen die Schnelleinsatzgruppen die Lücke zwischen Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

FOTO: Agentur siko

Die unverletzten Bewohner warten auf die Entscheidung, ob sie wieder in ihr Haus zurückkehren können oder ob es durch das Feuer und den Rauch unbewohnbar geworden ist. „Das war schlimm“, sagt ein Betroffener im Rückblick. „Es ist ein Segen, dass niemand verletzt worden ist, aber man macht sich natürlich riesige Sorgen, ob man jetzt eine neue Bleibe braucht.“

Die gute Nachricht: Das Haus ist noch bewohnbar. Die Feuerwehr bläst den Rauch mit einem Überdruckbelüfter raus. „Das ist quasi ein riesiger Ventilator“, erklärt Mettlach. Am Donnerstagmorgen kehren die Bewohner in ihre Wohnungen zurück.

FOTO: Agentur siko

Die Brandermittler der Kripo Trier schließen nach ersten Untersuchungen vor Ort einen technischen Defekt als Brandursache aus. Sie ermitteln wegen des Verdachts der Brandstiftung. Ob es sich dabei um eine fahrlässige oder eine vorsätzliche Brandstiftung handelt, stehe noch nicht fest. Es gebe zurzeit weder einen Hinweis auf einen Verantwortlichen noch eine Schätzung des entstandenen Sachschadens.

Die Polizei bittet Zeugen, sich unter den Telefonnummern 0651/779-2290 oder 9779-2216 zu melden.

FOTO: TV / Agentur siko

FOTO: Agentur siko