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Wallersheim
Lebendiges Wallersheim: Einem Dorf geht es bestens

Gruppenbild mit Dame: die Männerkochgruppe.
Gruppenbild mit Dame: die Männerkochgruppe. FOTO: Verein Lebendiges Wallersheim / Josef Hoffmann
Wallersheim. Dass der eingetragene Verein Lebendiges Wallersheim das Potenzial hatte, einer der ganz großen in der Verbandsgemeinde Prüm zu werden, zeigte sich bereits bei der Gründungsversammlung vor beinahe fünf Jahren im Ortsgemeindehaus Wallersheim.

80 der Anwesenden traten spontan bei, die anderen überlegten es sich noch - dürften aber inzwischen ebenso eingetreten sein, denn Lebendiges Wallersheim hat heute mehr als 250 Mitglieder, bei rund 800 Einwohnern. Tendenz steigend.

Dabei ist das Ziel des Vereins gar nichts Spektakuläres: Es geht einfach nur um ein gutes Miteinander, wie es in der Präambel der Satzung heißt:

„Lebendiges Wallersheim möchte, dass Werte wie Mitmenschlichkeit, Wertschätzung füreinander und ein Helfen im Sinne der Nächstenliebe mehr an Bedeutung gewinnen; der Verein möchte die Menschen in Wallersheim in ihrem Alltag unterstützen.“

Dem von den Segnungen eines regelmäßigen Öffentlichen Personennahverkehrs entwöhnten Eifel-Bewohner fallen bei solchen Worten zuallererst die älteren Mitbürger ein, die auch schon mal von A nach B müssen – wenn Arztbesuche, Einkäufe oder einfach mal nur Ausflüge anstehen. „Das ist lediglich ein Teil unseres Angebotes, wenn auch ein wichtiger“, sagen Maria und Erich Michels vom Vorstand des Vereins. „Dank einiger großzügiger Spenden konnte für diese Fahrdienste ein Bus angeschafft werden, der rege genutzt wird.“ Doch das eigentliche Ziel von Lebendiges Wallersheim sei viel höher gesteckt. „Wir möchten ein gemeinsames Handeln von Jung und Alt stärken und durch gemeinsame Projekte und Patenschaften die Nähe fördern.“

Und es gelinge, erzählt die Vorsitzende Maria Michels. Auch aus dem Grund, weil in dem Eifelort in unmittelbarer Nähe zum Mittelzentrum Prüm und zum Gewerbegebiet Weinsheim sehr viele junge Familien leben und sich am aktiven Dorfleben beteiligen. „Wir haben eine Werkstatt im Ort, in der Jugendliche Bastelarbeiten unter Anleitung erfahrener, älterer Wallersheimer herstellen, in der aber auch Dinge repariert werden. Auch kleine Hilfsdienste werden von dort aus koordiniert – beispielsweise, wenn mal eine Glühbirne ausgewechselt werden muss oder wenn der Wasserhahn tropft.“

In der Zwischenzeit seien Handarbeitsgruppen für Frauen und Mädchen entstanden, in denen beispielsweise auch Kleidungsstücke ausgebessert werden können, eine Männerkochgruppe, eine Krabbelgruppe für Kinder unter einem Jahr, Kleinkind- und Eltern-Kind-Turngruppen, darüber hinaus eine Kooperation für ein Hochbeet an der Grundschule Wallersheim, in der auch die Jüngsten lernen können, wie Pflanzen gesät und hochgezogen werden können. „Das alles geschieht neben den festen Wochenterminen des Vereins, Fahrtenservices und auch den angebotenen Hilfsdiensten und gegebenfalls der Hilfe in akuten Notsituationen“, sagen Maria und Erich Michels, die den Verein gemeinsam mit Josef Hoffmann, Karin Müller, Franziska Weber, Rita Thelen, Norbert Michels und Hans Feldermann leiten.

Ihre Idee, junge und alte Menschen in einer funktionierenden Dorfgemeinschaft zusammen zu bringen, hat inzwischen weite Kreise gezogen. Nicht nur der Trierische Volksfreund und der SWR haben mehrfach berichtet – die Vorsitzenden des Vereins werden überregional von Gemeinden und Institutionen angefragt zu berichten, warum ihre Idee besonders in Wallersheim so gut funktioniert.