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Donald Trump ist noch schlimmer als befürchtet

Zum Glück gelingt ihm so wenig. Katharina de Mos

Es ist eine Katastrophe, dass Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden konnte. Ein Narzisst ohne Manieren und Anstand, der die Gesellschaft spaltet, der Angst und Hass schürt, während er schamlos seine eigenen finanziellen Interessen verfolgt. Bestes Beispiel dafür ist die nun angekündigte Steuerreform, von der an erster Stelle Reiche (wie er) und Unternehmen profitieren sollen. Auch die geplante Deregulierung des Finanzmarkts wird vor allem Trump und seinen superreichen Freunden helfen, leichter an Kredite zu kommen. Dem arbeitslosen amerikanischen Grubenarbeiter bringt das alles nichts.

Wer gedacht hatte, Trump würde schon noch präsidial und vernünftig werden, wenn er erst einmal im Amt ist, hat sich getäuscht. Nach rund 100 Tagen steht fest: Es ist noch schlimmer als befürchtet. Zwar wechselt Trump seine Meinung über Länder, Institutionen oder politische Vorhaben schneller als manch anderer die Unterwäsche - die Nato ist plötzlich gar nicht mehr so obsolet, die EU macht ihre Sache eigentlich doch ganz gut, China ist kein "Währungsmanipulator" mehr, sondern Freund, Syrer sollen zwar nicht ins Land dürfen, aber syrische Babys sind wunderschön - und wer sie mit Giftgas umbringt, muss mit einem Luftschlag rechnen.

Das alles baut kein Vertrauen auf.

Trump ist nicht einfach wankelmütig. Er ist völlig unberechenbar. Und da er leider einer der mächtigsten Männer der Welt ist, macht ihn das extrem gefährlich. Es ist Trump zuzutrauen, den Dritten Weltkrieg anzuzetteln. Einfach, weil er gerade wütend ist. Gedankenlos stößt er Regierungen mit seinen impulsiven Äußerungen vor den Kopf, in Syrien und Afghanistan hat er bewiesen, dass er militärisch nicht lange fackelt, und derzeit ist er dabei, den Konflikt mit Nordkorea zuzuspitzen. Angst kann einem das machen.

Einziger Trost ist, dass dem Präsidenten bisher so wenig gelingt. Die Einreisestopps wurden gestoppt, Obamacare bisher nicht, und für den Mauerbau sieht es nicht allzu gut aus. Auch sonst hat Trump statt Konkretem Dekrete vorzuweisen.
Diese sind allerdings sehr unerfreulich. So will der Präsident die Umwelt- und Klimaschutzauflagen Obamas aufheben. Der US-Kohle- und Frackingindustrie ist damit geholfen. Für die Menschheit aber ist es ein herber Rückschlag im Kampf gegen die Erderwärmung.

Einziger "Erfolg" Trumps: Sein Kandidat Neil Gorsuch wurde Richter am Obersten Gericht. Dort sorgte er vor wenigen Tagen mit seiner Stimme dafür, dass acht Straftäter schnell hingerichtet wurden, ehe das Haltbarkeitsdatum des Gifts ablief. Herzlichen Glückwunsch. k.demos@volksfreund.de