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Leserbriefe
Frühestens in vierhundert Jahren

Zum Beitrag „Flaute bei der Windkraft in der Region“ (TV vom 19. Dezember) schreibt Berthold Backes:

Energiewende und Dreisatzrechnung: Angeblich haben
1659 Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz im Jahr 2015 etwas mehr als fünf Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, von denen allerdings bestenfalls nur drei Milliarden Kilowattstunden nutzbar sind, weil sie über mehrere Stunden anstehen und Großkraftwerke darauf reagieren können.

Drei Milliarden Kilowattstunden sind nicht einmal zehn Prozent des verbrauchten Stroms von etwa 32 Milliarden Kilowattstunden. Sollen davon etwa drei Viertel aus Windkraftanlagen als Speerspitze der Energiewende stammen, müssen mindestens 20 000 Anlagen betrieben werden.

Es ist völlig ausgeschlossen, eine so große Anzahl von 200 Meter hohen Anlagen (Nabenhöhe plus Flügellänge) auf einer Fläche von 10 000 Quadratkilometern unterzubringen. Selbst wenn jede Woche eine davon in Betrieb geht, wird frühestens in reichlich vierhundert Jahren der Bedarf gedeckt sein. Rheinland-Pfalz ist dann längst unbewohnbar.

Nicht die Erzeugung von elektrischem Strom steht offenbar bei der Windenergie im Vordergrund, sondern das Abkassieren von Subventionen.

Für jede Kilowattstunde Strom zahlt der Verbraucher alleine fünf Cent an Geländepacht. Hinzu kommen Errichtungs- und Betriebskosten, die bezogen auf den Strom­ertrag erschreckend hoch sind und die der Verbraucher ebenfalls tragen muss. Dies ist mit ein Grund dafür, dass Deutschland in der EU einen Spitzenplatz bei den Stromkosten belegt.

Bisher hat niemand eine nachvollziehbare Berechnung für die den Bedarf jederzeit deckende Strom­erzeugung aus erneuerbaren Quellen präsentiert, weil sie nach menschlichem Ermessen schlichtweg unrealistisch ist.

Ohne Großkraftwerke geht es einfach nicht, und angesichts der gigantischen unbeherrschbaren Abgasmengen der Kohlekraftwerke und der damit einhergehenden Luftverschmutzung führt kein Weg an der Atomkraft vorbei.

Die vier Reaktoren plus Nebenanlagen im französischen Cattenom zum Beispiel erzeugen auf 400 Hektar Fläche mehr Strom, als in Rheinland-Pfalz insgesamt verbraucht wird.

Der ärgste Gegner der erneuerbaren Energien ist nun mal die Dreisatzrechnung.

Berthold Backes, Ayl