IRAN

Zum Artikel "Moderator, Kleriker, Gegner Israels" (TV vom 3./4. August):

Dass Hassan Ruhani, gerade erst zum neuen iranischen Präsidenten gewählt, schon vor seiner Vereidigung nach altbekannter Manier Vernichtungsdrohungen gegen Israel vom Stapel gelassen hat, zeigt, dass er offenbar die Konfrontationspolitik seines Vorgängers Ahmadinedschad fortzusetzen gedenkt - andernfalls hätte er wohl auch nicht kandidieren dürfen. Auch seine inzwischen erfolgten Verhandlungsangebote über das iranische Atombombenprogramm sind nichts Neues: So ist schon sein Amtsvorgänger verfahren, um für die nukleare Aufrüstung Zeit zu schinden. Inzwischen steht aber ein Schwerwasserreaktor vor der Fertigstellung, mit dem der Iran bombenfähiges Plutonium produzieren könnte - zu nichts anderem dient dieser Reaktortyp. Wenn Ruhani wirklich die iranische Atompolitik ändern wollte, müsste er sofort und überprüfbar den Bau des Schwerwasserreaktors einstellen, ebenso die Produktion schweren Wassers und die Urananreicherung. Da Ruhani aber ebenfalls - wie sein Amtsvorgänger Ahmadinedschad - geäußert hat, der Iran werde sich dem Druck von Sanktionen nicht beugen, ist zu befürchten, dass auch er nicht zu Zugeständnissen bereit ist und nur die Aufhebung der Sanktionen erreichen will. Der Schwerwasserreaktor darf jedenfalls unter keinen Umständen in Betrieb gehen. Notfalls muss er noch rechtzeitig zerstört werden. Und die Mullahdiktatur ist nicht reformierbar, sondern kann nur gestürzt werden. Robert Seidenath, Gusterath