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Leserbriefe: Öffentlich verbreiteter Unsinn

Leserbriefe : Öffentlich verbreiteter Unsinn

Zum Artikel „Kein Scherz: Narren wollen die Winterferien abschaffen“ (TV vom 18. April) schreiben Walter Ludwig sowie Thomas Stolz und Katrin Bros vom Verein KV Strohna Hohna:

Es ist kein Scherz, sondern ein schlechter Treppenwitz, den sich der Präsident der Rheinischen Karnevalskorporationen (RKK) mit seiner Forderung, die Winterferien abzuschaffen, geleistet hat.

Seine Begründung: Viele könnten in den Winterferien in Urlaub fahren und ihr Geld nicht im heimischen Karneval, sondern anderswo ausgeben. Die Basis (offensichtlich der Karnevalisten) wolle aus diesem Grunde die Abschaffung der Winterferien.

Ob solch eines öffentlich verbreiteten Unsinns, nachzulesen im TV, habe ich als Karnevalist, der über 35 Jahre im Geschäft ist, erst einmal tief durchgeatmet.

Ferien dienen dazu, Schülern, Lehrern und Eltern eine Verschnaufpause vom stressigen Schulalltag zu gönnen. Wenn diese dazu benutzt wird, sich einen Urlaub zu gönnen, um so besser.

Da die Winterferien zwischen dem 25. Februar und dem 1. März liegen, fallen sie außerdem noch in eine preisgünstige Nebensaison.

Herr Mayer will diese Ferien nicht. Die Schüler haben gefälligst in die Schule zu gehen, nicht in Ferien zu fahren, sondern in dieser Zeit mit ihren Eltern die karnevalistischen Events zu füllen. Toll!

Glaubt Herr Mayer allen Ernstes, die Abschaffung der Winterferien habe entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung im Karneval? Ein echter Karnevalist – Winterferien hin oder her – lässt sich nicht beeinflussen. Und die anderen kann man nicht zwingen. Viele wollen dem Karneval einfach nur entfliehen. Dafür habe ich als Karnevalist Verständnis. Es sind ganz andere Faktoren, die den Karneval zurzeit negativ beeinflussen.

Die Forderung nach Abschaffung  der Winterferien entspricht am wenigsten dem Willen der Basis, sondern eher der Fantasie des RKK-Präsidenten. Da ich auch das Ohr an der Basis habe, weiß ich, wovon ich schreibe.

Der Gipfel der Logik ist erreicht, wenn Herr Mayer die Bedeutung des Ehrenamts mit der Forderung nach Abschaffung der Winterferien verknüpft. Ich persönlich wurde kürzlich wegen langjähriger Ausübung eines Ehrenamtes bei der KG Trier-Süd mit anderen Ehrenamtlern vom Trierer Oberbürgermeister  Wolfram Leibe geehrt. Diese Ehrung habe ich mit Sicherheit nicht wegen einer Forderung nach Abschaffung der Winterferien zugunsten des Karnevals erhalten.

Walter Ludwig, Föhren

Der Karnevalsverein Strohna Hohna begrüßt die Forderung von RKK-Präsident Hans Mayer, dass das Bildungsministerium die bereits für die nächsten drei Schuljahre getroffene Winterferien-Regelung überdenken sollte. Die Neuregelung kommt uns ungelegen. Wir leisten eine enorme Nachwuchsarbeit, unter den Aktiven ist eine hohe Anzahl an schulpflichtigen Jugendlichen. Bei unseren Aktivitäten sind wir auf alle Altersgruppen angewiesen. Die aktiven Karnevalisten werden nicht in Urlaub fahren, aber Zuschauer und Helfer nutzen die Ferienzeit mit ihren Kindern wohl anderweitig. Zum Beispiel werden Wintersportfreunde eher den Skiurlaub bevorzugen, als einen regionalen Umzug zu besuchen.

Thomas Stolz, Katrin Bros, Vorstand KV Strohna Hohna e.V., Strohn