POLITIKER

Zum Kommentar "Entschuldigung, Herr Wulff" (TV vom 28. Februar):

Die Entschuldigung von Dieter Lintz und auch die weitere Berichterstattung auf Seite zwei finde ich mehr als richtig und notwendig. Schließlich hat auch der TV sich an der medialen Hetze gegen den damaligen Bundespräsidenten intensiv beteiligt. Wie sich nun durch eindeutige Gerichtsentscheidung herausgestellt hat, wurde von der gesamten Medienmeute ohne Rechtsgrund gelästert, vorverurteilt und letztlich die Würde eines Menschen in unerträglicher Weise verletzt (bis hin zum Bobby-Car). Alle sollten sich schämen und Besserung in künftigen Fällen geloben. Ich fürchte jedoch, dass daraus nichts wird. Im Übrigen haben sich auch führende Politiker aller Parteien im Fall Wulff nicht mit Ruhm bekleckert. Gar unsäglich sehe ich das Verhalten der Staatsanwaltschaft Hannover. Bis zuletzt musste man den Eindruck haben, dass hier Profilierungsgelüste der Staatsanwälte der Grund für die inquisitorische Verfolgung von Herrn Wulff waren. Statt sowohl be- als auch entlastende Fakten gleichermaßen zu untersuchen und zu bewerten, wollte man offensichtlich "auf Teufel komm raus" (auch gegen besseres Wissen?) eine Verurteilung des ehemaligen Bundespräsidenten erreichen. Spielte dabei eine Rolle, dass die Staatsanwaltschaft des rot-grün regierten Bundeslandes weisungsgebunden ist? Brisant auch: Im aktuellen Fall des ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy hat die gleiche Staatsanwaltschaft sich monatelang für die Einleitung eines Verfahrens Zeit gelassen und so die Vernichtung von Beweismitteln wohl erst ermöglicht. Zum Schluss noch ein Hoch auf das Gericht in Person des Vorsitzenden Richters Frank Rosenow und seiner Beisitzer. Sie haben die 700-Euro-Farce der Staatsanwaltschaft in Form des Freispruchs souverän beendet. Josef Saxler, Daun