Strassenbau

Zum Artikel "Hochmoselbrücke wird viel teurer - Hang muss doch gesichert werden" (TV vom 5. März) und weiteren Beiträgen zum Thema:

Wen wundert das? Mich jedenfalls nicht. Ich wundere mich nur darüber, dass seinerzeit alle Bedenken, nicht nur die von mir geäußerten, sondern auch die von anderen kompetenten Geologen beschriebenen Einwände, völlig ignoriert wurden. Ich erinnere nur an meinen Leserbrief im Leserbrief vom 17. Januar 2014. Hier habe ich bereits auf die jetzt "unvorhergesehen" aufgetretenen Schwierigkeiten im Einzelnen hingewiesen. Ich beschrieb seinerzeit detailliert den Einfluss von Sickerwasser, Fließgrenze und Tixotrophie des Bodens, das Aufkommen von "Seifigen Bodenschichten", Verdichtungszonen und Hangdruckquellen ("Butterberg" in Klüsserath). Der Verdacht drängt sich auf, dass alle Bedenken ignoriert wurden, um die tatsächliche Höhe der Kosten dieser Brücke zu verschleiern, um das Projekt nicht zu gefährden. Heute erlaube ich mir, auf die im Volksfreund veröffentlichten erforderlich gewordenen ergänzenden Baumaßnahmen, die zur Stabilisierung der Brückenpfeiler vorgesehen sind, näher einzugehen. Es wird der Eindruck erweckt, dass die zusätzlichen Hangsicherungsarbeiten keine wesentliche (kostenmäßige) Erweiterung der Baumaßnahme darstellen. Meine Bedenken beziehen sich zum Beispiel auf die vorgesehene Dübelstabilisierung der Pfeiler (Stahlseile mit Litzenanker und Dübel). Dass die sogenannten "Dübel" in diesem lockeren Boden einen sicheren Halt finden würden, bezweifle ich. Alle weiteren vorgesehenen Maßnahmen tragen sicher zur Stabilisierung bei, sind aber keineswegs eine solide Lösung. Bei der Moselkanalisierung hatte man seinerzeit den besten Einblick in die geologischen und bodenkundlichen Verhältnisse. Warum sind diese Erkenntnisse nicht genutzt worden? Insofern wundere ich mich, dass man ausgerechnet in einem derart kritischen Gelände dieses Projekt realisiert, anstatt einen geologisch günstigeren Standort für den Brückenschlag zu wählen. Prof. Dr. Berthold Walter, Trier