Verbraucherbveratung Trier gibt Tipps gegen Abzocke

Verbraucherschutz : Abzocke, Datenschutz, Starkregenschäden

Verbraucherberatung Trier stellt Bilanz vor: 7600 Bürger suchen im vergangenen Jahr Hilfe und Rat.

Die Themen werden neue, doch die Arbeit geht der Verbraucherberatung Trier nicht aus. 7600 Kontakte vermelden die Mitarbeiter für 2018, das sind rund 500 mehr als noch ein Jahr zuvor. Identitätsdiebstahl, unseriöse Abzockmaschen, der VW-Skandal, Elementarschäden oder auch Ärger mit dem Energieversorger stehen dabei hoch im Kurs. Kaffeefahrten, die noch vor wenigen Jahren ein Thema waren, sind out. „Heute sind die Abzocker im Netz unterwegs, das geht einfacher“, erklärt Verbraucherberaterin Kirsten Thul-Kunsmann.

Seit Ende 2018 beklagen sich zahlreiche Verbraucher über Rechnungen für ungewollt zugesandte Kreditkarten, unerklärliche Zahlungsaufforderungen des Dating-Portals seitensprung.tv und unseriöse Inkassoschreiben. Hintergrund ist wohl, dass sich die Verbraucher auf der Seite probenheld.de registriert haben, um kostenfreie Produktproben zu erhalten. Kunsmann-Thul rät: „Auf jeden Fall einmal widersprechen und nicht auf folgende Zahlungsaufforderung eingehen.“ Für Ratsuchende gibt es bei der Verbraucherberatung einen entsprechenden Musterbrief.

„Inhaltliche Meilensteine beim Verbraucherschutz waren im Jahr 2018 die Einführung der Musterfeststellungsklage und die Umsetzung europaweit einheitlicher Datenschutzstandards“, so Kirsten Thul-Kunsmann. „Für die Musterfeststellungsklage haben die Verbraucherzentralen lange gekämpft. Mehr als 400 000 VW-Kunden haben sich bundesweit von November bis jetzt ins Klageregister eingetragen.“

Und auch bei der Datenschutzgrundverordnung sorgt die Verbraucherberatung mit Seminaren und Beratungen bei vielen Bürgern für Durchblick.

„Bei zahlreichen Verbraucherbeschwerden fielen Fälle von Identitätsdiebstählen auf, bei denen Kriminelle mit den erbeuteten Daten auf Kosten der Verbraucher im Internet einkauften“, so Thul-Kunsmann. „Wir haben Betroffenen geraten, zunächst Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Danach konnten wir bei den Anbietern bewirken, dass die unberechtigten Forderungen nicht weiter verfolgt wurden.“

Mit Information fängt für die Verbraucherberatung die Prävention an. Renate Schröder, Versicherungsberaterin der Verbraucherzentrale, sieht vor dem Hintergrund der jüngsten Starkregenfälle wie in Trier-Olewig bei vielen Haushalten Handlungsbedarf. „Diese Elementarschäden sind in älteren Wohngebäude- und Hausratversicherungen meist nicht versichert“, so Schröder. Die Verbraucherzentrale hat einen Leitfaden erstellt, mit dem Hausbesitzer in fünf Schritten prüfen können, ob in ihrer Wohngebäude- oder Hausratversicherung Elementarschäden abgesichert sind. Auch Energiekosten und Energieverträge beschäftigten die Berater: „Zahlreiche Anfragen gab es zur Insolvenz der Bayerischen Energieversorgung“, so Silke Müller-Thönißen, Honoraranwältin für Energierecht. Daniel Ollinger, Energiekostenberater der Verbraucherzentrale, hilft vor allem Menschen, die wegen ihrer Energiekosten in finanzielle Schieflage gekommen sind.

Foto: TV/Schramm, Johannes

In Sachen Digitalisierung bietet die Verbraucherzentrale immer mehr an: von der Online-Terminabsprache bis hin zur Beratung per Netz und Webinaren.

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