Lokführer-Streik: Ausfälle und Verspätungen in der Region

Lokführer-Streik: Ausfälle und Verspätungen in der Region

Um für gleichen Lohn für alle Lokführer zu kämpfen, hat die Gewerkschaft GDL ihre Mitglieder in der Zeit von 8.30 bis 11.30 Uhr erneut zum Streik aufgerufen. Diese Uhrzeit habe man aus Rücksicht auf den morgendlichen Pendelverkehr gewählt, so die Gewerkschaft. Betroffen vom Streik war vor allem der Regionalverkehr.

(slg/dpa) Rund 70 Prozent aller Regionalzüge haben heute Vormittag nach Angaben der Gewerkschaft GDL Verspätung oder fallen komplett aus. "Wie viele Züge genau ausgefallen sind, können wir erst nach Ende des Streiks sagen", erklärt Thorsten Weske, GDL-Regionalleiter Süd-West gegenüber volksfreund.de.

Die Deutsche Bahn kann die Zahl von 70 Prozent Ausfällen oder Verspätungen in der Region nicht bestätigen. Stattdessen ist von "einzelnen Betroffenheiten" die Rede. "Es zwar der ein oder andere Zug ausgefallen", sagt eine Sprecherin des Konzerns. Doch es gab auf keiner Strecke in der Region einen kompletten Stillstand. "Wir haben niemanden zurückgelassen."

Der Blick der meisten Reisenden am Trierer Hauptbahnhof fällt am Morgen auf die Anzeigentafel. "Zug fällt aus" steht da in gelben Lettern - sowohl bei der Verbindung nach Wittlich als auch bei den Regionalzügen nach Koblenz oder nach Saarbrücken. Stefani Leopold, eine 20-jährige Studentin, ist auf dem Weg in ihre Heimat Bremen. Etwa einmal pro Monat besucht sie dort ihre Eltern. "Ich wollte eigentlich nach Koblenz, und von dort den Zug nach Bremen nehmen. Aber diesen Anschluss habe ich jetzt erst mal verpasst." Sie habe zwar Verständnis für die Lokführer, die mehr Geld haben wollen. "Aber ein bisschen genervt bin ich schon."
Eine andere Frau sitzt in der Eingangshalle des Bahnhofs und blickt abwechselnd auf die Anzeigentafel und auf ihre Armbanduhr. "Ich wollte nach Saarbrücken. Mal gucken, wann ich hinkomme." Verärgert sei sie jedoch nicht. "Für den Streik gibt es ja einen guten Grund."

Die GDL will einheitliche Tarifstandards für rund 26.000 Lokführer in der gesamten Bahnbranche durchsetzen. Ein Kernpunkt sind einheitliche Einkommen auf dem Niveau des Marktführers Deutsche Bahn (DB) auch bei privaten Konkurrenten, die teilweise derzeit noch bis zu 30 Prozent darunterliegen.

Bestreikt werden wiederum die Deutsche Bahn AG und ihre sechs größten Konkurrenten (G6), wie die GDL am Donnerstag in Frankfurt mitgeteilt hatte. Ausgenommen bleibt die Berliner S-Bahn, die aus technischen Gründen ohnehin nur eingeschränkt fährt. Man wolle verantwortungsvoll mit der Streikmacht umgehen, erklärte die GDL.

Die Deutsche Bahn kritisierte den erneuten Warnstreik-Aufruf scharf. Die angekündigten weiteren Arbeitsniederlegungen seien „so überflüssig wie ein Kropf“, sagte eine Bahnsprecherin. Statt weiterzuverhandeln, treibe die GDL „ihr Spiel zu Lasten der Kunden unbeirrt weiter“.

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