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Prozess in Essen
Mann im Keller erschlagen – die Angeklagten schweigen

Justizgebäude in Essen. (Archivbild)
Justizgebäude in Essen. (Archivbild)
Essen. Im Streit um Geld sollen zwei Männer einen Bekannten erschlagen haben. Die Leiche wurde erst Wochen später in einem Keller gefunden. Vor Gericht in Essen wollen die Angeklagten erst einmal nichts sagen.

Als die Staatsanwältin die Anklageschrift verlas, weinten Angehörige und Freunde des Opfers bittere Tränen. Am Essener Schwurgericht hat am Freitag der Mordprozess gegen zwei 26-jährige Männer aus Essen begonnen. Sie sollen im September 2017 im Keller eines Mehrfamilienhauses einen 60-jährigen Bekannten erschlagen haben. Die bereits stark verweste Leiche wurde erst Wochen später in einem der Kellerräume entdeckt. Sie war unter Planen und Gerümpel versteckt worden.

Laut Staatsanwaltschaft hatte einer der Angeklagten die Tat geplant.
Der Bekannte habe ihn zuletzt immer nachdrücklicher aufgefordert, ihm 5000 Euro zurückzuzahlen, die er ihm Monat zuvor geliehen hatte. Er habe den Mann aus dem Weg schaffen und außerdem dafür sorgen wollen, dass er die Wohnung seines Bekannten ungestört nach weiterem Bargeld durchsuchen konnte, heißt es in der Anklageschrift. Das Opfer starb an den Folgen schwerer Schädel-Hirn-Verletzungen. Die Hammerschläge hatten fast alle Knochen im Gesicht des Mannes zertrümmert. Außerdem hatte einer der Täter mit einem Messer auf den Hals des Sterbenden eingestochen.

Einige Tage nach der Bluttat sollen die beiden 26-Jährigen das Auto ihres Opfers zum Essener Baldeneysee gefahren und dort auf einem Parkplatz abgestellt haben. Damit hätten sie den Anschein erwecken wollen, als hätte sich ihr Bekannter im Wasser das Leben genommen, so die Staatsanwaltschaft.

Zu Prozessbeginn machten die beiden Angeklagten von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Erst im Verlauf des Prozesses wollen sie sich zu den Vorwürfen äußern, sagten ihre Verteidiger.

(dpa/hsr)