Wenn Max hört, dann strahlen seine Augen

Wenn Max hört, dann strahlen seine Augen

Maximilian ist zweieinhalb Jahre alt und fast taub. "Meine Hilfe zählt" will ihm und seinen Eltern einen Gebärdensprachkurs ermöglichen. Weil der Junge in schwierigen Situationen dazu neigt, sich und andere zu verletzen, soll auch eine Reittherapie möglich werden.

Trier Für Kathrin und Frank Strauch ist am 12. Juni 2015 ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen: Ihr Sohn Maximilian kam zur Welt, wegen der starken chronischen Atemwegserkrankung (Asthma Bronchiale/COPD) der Mutter zwar acht Wochen zu früh. Aber alle waren froh, dass die 30-Jährige und ihr Kind das Wagnis der Geburt gut überstanden hatten. "Beim Neugeborenen-Hörscreening ist zwar aufgefallen, dass Max auf dem rechten Ohr Hörprobleme hatte", erinnert sich die gelernte Arzthelferin Kathrin Strauch, die wegen ihrer Krankheit seit 2013 nicht mehr arbeiten kann. "Aber wir dachten damals zunächst, das würde sich geben und sind - wie uns geraten wurde - regelmäßig zu ambulanten Kontrolluntersuchungen gegangen."
Doch der Untersuchungsmarathon entwickelt sich zur Tortur, auch für das zunehmend unruhige Kind. Immer wieder kommen die Hörtests zu anderen Ergebnissen. Wechselnde Paukenergüsse ist mehrfach die Diagnose. Doch keine Behandlung hat Erfolg. "Unser Bauchgefühl hat uns sehr bald signalisiert, dass da etwas nicht stimmen kann", sagt Vater Frank, der sich intensiv um seine kranke Frau und um Maximilian kümmert. "Er hat oft einfach gar nicht auf Geräusche reagiert." Als der Junge im Alter von neun Monaten auch mit dem für Kleinkinder typischen Babygebrabbel aufhört, schrillen bei den Eltern alle Alarmglocken. Sie holen Gegenmeinungen ein.
Im Februar 2017 werden Maximilian Paukenröhrchen eingesetzt, ohne Erfolg. Bei einem weiteren Hörtest unter Narkose im März wird schließlich Gewissheit, was Kathrin und Frank Strauch geahnt hatten: Max ist taub. Er leidet unter dem sogenannten LVAS-Syndrom, einer beidseitigen Fehlbildung des Innenohrs, die in den ersten Lebenswochen zum kompletten Verlust des Hörvermögens führt. Und weil sich Max unverstanden fühlt, neigt er seit einigen Monaten in schwierigen Situationen dazu, sich selbst und andere zu verletzen. "Er ist in Aufruhr", beschreibt Kathrin Strauch die Situation, unter der sie selbst leidet.
In der Universitätsklinik Frankfurt werden Maximilian Ende Mai in einer achtstündigen Operation zwei Cochlea-Implantate eingesetzt. Die Zeit drängt, denn bereits zu diesem Zeitpunkt hinkt die sprachliche Entwicklung des Jungen weit hinterher. Deshalb werden schon im Juli die äußeren Tonverstärker aufgesetzt, die eine Geräuschwahrnehmung ermöglichen. Vielleicht könne er bis zu seinem fünften Lebensjahr das Hör- und Sprachniveau Gleichaltriger erreichen, lautet die optimistisch-ste Prognose der Ärzte. Bis dahin ist es aber ein weiter und mühsamer Weg, denn Max befindet sich derzeit nur auf dem verbalen und akustischen Niveau eines vier Monate alten Babys. Über erste Erfolge - er hat nach fast zwei Jahren wieder angefangen zu brabbeln - freuen sich die Eltern dennoch riesig.
"Ich war wirklich froh, als ich erfahren habe, dass die Erkrankung von Max nichts mit meiner eigenen Erkrankung oder den Medikamenten zu tun hat, die ich nehmen muss", sagt Kathrin Strauch. Doch damit ist nur eine ihrer Sorgen verschwunden. "Es ist unglaublich, woran wir alles denken müssen. Und dann werden uns auch noch Steine in den Weg gelegt." Was sie damit meint, sind ablehnende Bescheide von Krankenkasse und Jugendamt. Denn weder erhält die Familie eine Kostenerstattung für die Gebärdensprachlektüre, mit der auch in der Kita und der Frühförderung gearbeitet wird, die Max besucht. Noch werden die Kosten für einen Hausgebärdensprachkurs für Kind und Eltern übernommen. Frank Strauch: "Wir wollen einfach möglichst rasch mehr mit unserem Sohn kommunizieren können und auch eine Sicherheit haben, falls mit den Implantaten etwas passiert." Dafür und für eine tiergestützte Verhaltenstherapie, zum Beispiel eine Pferdetherapie, ist das vom Verein Zusammen stehen - gemeinsam gehen e.V. angemeldete Projekt "Hilfe für Maximilian" (Projektnummer 58459) bei der TV-Benefizaktion Meine Hilfe zählt gedacht. "Je ruhiger Max ist, desto weniger steht er sich selbst im Weg", sagt Kathrin Strauch, die selbst nur mit einer sogenannten Sauerstoff-Nasenbrille in der Lage ist, einige Schritte zu gehen oder etwas anstrengendere Dinge zu tun. "Wenn Max sich unverstanden fühlt, fliegen die Fetzen. Aber er reagiert unglaublich auf Pferde."
Wenn es dann auch noch mit der händeringend gesuchten behindertengerechten Wohnung klappt, könnten Kathrin, Frank und Maximilian Strauch in einiger Zeit vielleicht ein fast normales Familienleben führen.Extra: ONLINE SPENDEN FÜR DIE VERDOPPLUNGSAKTION

Maximilian ist 2,5 Jahre alt und lernt mit Hilfe von Cochlea-Implantaten gerade das Hören und Sprechen. Foto: (g_pol3 )


Nur Online-Spenden nehmen an der Verdoppelungsaktion teil. Einzelspenden bis 100 Euro werden aus dem Pool der nicht projektbezogenen Spenden unserer Leserinnen und Leser verdoppelt. Diesen Pool gibt es seit Abschaffung der Offline-Spende nicht mehr. Der Volksfreund zahlt die Verwaltungskosten der Spendenaktion. Einige unserer Leser haben Vorbehalte, bei der Online-Spende ihre IBAN online anzugeben. Dies ist jedoch unbegründet. Online über die Homepage <%LINK auto="true" href="http://www.meine-hilfe-zaehlt.de" text="www.meine-hilfe-zaehlt.de" class="more"%> oder <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/meinehilfe" text="www.volksfreund.de/meinehilfe" class="more"%> per Bankeinzug zu spenden bedeutet, ein einmaliges SEPA-Lastschriftmandat (eine einmalige Einzugsermächtigung) an den Partner von "Meine Hilfe zählt" (gut.org.gAG) zu erteilen. Der Spender kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des Betrages verlangen, im Gegensatz zu einer Online-Überweisung, die beim Online-Banking getätigt wird, bei der das nicht möglich ist. Es gelten für das SEPA-Lastschriftmandat dabei die Bedingungen des Kreditinstituts des Spenders. Neben dem Weg über das SEPA-Lastschriftmandat stehen für die Online-Spende die Bezahlarten per Kreditkarte und über den Zahlungsdienstleister PayPal zur Verfügung. Der Spender kann dieses einmalige Lastschriftmandat online auf der Spendenplattform erteilen, indem er das Formular "Bankeinzug" ausfüllt, dass er über Anklicken der jeweiligen grünen Spendenfelder unterhalb der Projekte erreicht. Er muss dafür kein Online-Banking-Kunde seiner Hausbank sein.