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Ärger in den Eifeldörfern: Wenn Altkleider-Container überfüllt sind

Altkleider : Ärger in den Eifeldörfern: Altkleidercontainer sind überfüllt

Vollgestopfte Behälter in den Dörfern: Warum das DRK im Eifelkreis mit dem Abholen in den vergangenen Wochen nicht hinterherkam. Und was sich jetzt ändern soll.

Manfred Müller, Gemeindechef in Lützkampen, hatte die Faxen dicke. In einem wütenden Schreiben, das er auch unserer Zeitung gesandt hat, macht der Ortsbürgermeister seinem Ärger Luft.

Es geht um die Kleidercontiner in seinem Dorf in der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld. Die quollen in den vergangenen Wochen über. Und davor und daneben sammelten sich immer mehr Säcke mit abgelegter Kleidung. Nicht schön. Müller schickt ein Foto von der Sammelstelle mit, das sehr an eine andere Aufnahme – aus Rittersdorf – erinnert, die wir vor zwei Wochen in der Zeitung hatten.

Er wandte sich ans DRK in Bitburg, das die Behälter aufstellt und leeren lässt. Aber wochenlang habe ihm die Kreis-Geschäftsstelle „immer wieder mitgeteilt, dass der Fahrer für die Kleidercontainer krank sei und die Altkleider nicht abgeholt werden können. Nicht nur hier bei uns in Lützkampen, sondern im ganzen Kreisgebiet ist ein ähnliches Bild zu sehen: dass die Kleidercontainer völlig überfüllt sind.“ In einigen Gemeinden habe man bereits „komplett kapituliert“ und Container von anderen Anbietern aufgestellt.

Anruf in Lützkampen: Inzwischen sind die Container dann doch geleert worden. Trotzdem versteht Müller nicht, warum das nicht zügiger geregelt werden kann. „Entschuldigung, das ist ein großer Kreisverband. Es kann doch nicht sein, dass alles steht, wenn mal einer krank ist“, sagt Müller am Telefon.

In Prüm, sagt Müller, sei er vor einigen Tagen am Ausstellungsgelände vorbeigefahren, wo ebenfalls Container stehen, reihenweise (Kleidung, Schuhe, Glas, Biomüll). Auch dort: alles voll. „Da bekam man einen Schlag, wenn man das gesehen hat.“

Was sagt der Prümer Stadtbürgermeister? „Klar, natürlich ärgere auch ich mich ab und zu“, antwortet Johannes Reuschen. Immerhin stelle die Stadt auf dem Gelände und auf der Dausfelder Höhe diese Flächen zur Verfügung, kostenlos. „Und dann sieht es da aus wie bei Hempels.“

Ärger in den Eifeldörfern: Wenn Altkleider-Container überfüllt sind
Foto: Fritz-Peter Linden

Das sei vor allem „in der Hoch-Corona-Zeit“ ein dickes Problem gewesen. Da hätten viele daheim kräftig aufgeräumt. Und alles landete in und vor den Containern. Allerdings sagt der frühere DRK-Rettungssanitäter auch: „Das ist kein Thema, das mich zum Kochen bringt“, zumal man sich beim Roten Kreuz sehr bemühe, das Problem zu lösen.

Tun die das? Fragen wir DRK-Chef Rainer Hoffmann: Natürlich ist ihm das Bild, das die Sammelstellen seines Verbands zeitweise abgeben, unangenehm. „Das ist auch für uns eine blöde Situation“, sagt Hoffmann.

Allerdings stellt er auch klar: Es ging nicht nur um den einen Fahrer. „Wir haben einen festen und einen Ersatzfahrer. Und die waren beide krank. Dadurch ist das ins Stocken gekommen. Aber das arbeiten wir auf.“ Auch wenn es trotzdem dann noch passieren könne, dass der Behälter frisch geleert sei, dann aber jemand einen Haushalt auflöse – „und alles ist wieder voll“.

Was soll sich ändern? Hoffmann: „Wir haben 140 Container im Kreis stehen. Da sind natürlich welche darunter, die nicht jede Woche gefüllt sind. Aber das Netz wollen wir noch verdichten.“ Das habe er Müller inzwischen auch mitgeteilt. Und man plane, die Frequenz der Touren zu erhöhen.

Ein Problem aber bleibt: Dass viele ihre Säcke trotzdem an den Sammelstellen lassen, auch wenn die Container bereits voll sind, anstatt sie wieder mitzunehmen. Dann könne es geschehen, dass es hineinregnet und die Kleidung hinüber sei. „Das ist dann letztlich Müll“, sagt Hoffmann. Der sich zudem darüber ärgert, was noch alles in die Container gestopft werde, bis hin zu gebrauchten Windeln, für Kinder wie für Erwachsene. Ergebnis: „Wir hatten noch nie so hohe Entsorgungskosten wie in den letzten Monaten.“

Was kann man dagegen ausrichten? „Das hat dann insgesamt wieder mit dem Thema Rücksicht zu tun“, sagt Johannes Reuschen. Man könne nur an die Bürger appellieren, ihre Säcke wieder mitzunehmen, wenn die Container bereits voll seien. Und, klar, nichts dort abzuladen, was schon vor dem Reinregnen Müll ist.