Dorfgeschehen : Agenda voll, Kasse leer

Philippsheim (cha) Eine Viertelmillion Euro ist für ein 100-Seelen-Dorf schwer zu stemmen. Genau vor dieser Herausforderung steht Philippsheim aber in den nächsten Jahren. Wofür die Kommune so viel Geld aufbringen muss, erklärt Ortsbürgermeister Klaus Aubart in der Rubrik „Über die Dörfer“:

Mit 100 000 Euro soll sich die Gemeinde an den Kosten für die neue Kita in Speicher beteiligen, die derzeit gebaut wird. Und das, obwohl nur zwei Philippsheimer Kinder die Tagesstätte ab Frühjahr besuchen werden. Das entspricht also 50 000 Euro Kosten pro Kind.

„Wir haben uns dagegen dennoch nicht gewehrt“, sagt Aubart. Womöglich hätte die Gemeinde erwirken können, den Nachwuchs nach Dudeldorf zu schicken, um sich die Kosten zu sparen: „Doch dann hätten sich die Kinder in der Grundschule von ihren Freunden trennen müssen“, sagt Aubart: „Und das wollten wir verhindern, auch wenn es uns was kostet.“ Philippsheimer Jungs und Mädchen gehen nämlich in Speicher zur Schule.

Die zweite finanzielle Sorge: Die Brücke am Bahnhof muss bald saniert werden. Der Oberbau ist marode. Kostenpunkt für die Arbeiten: 400 000 Euro. Der Gemeindeanteil würde rund 160 000 Euro betragen, sagt Aubart: „Wenn wir Fördermittel aus dem Investitionsstock bekommen, legen wir los.“

Zum Glück steht in Philippsheim neben den Investitionen auch Freudiges an,  einige „Festivitäten“ zum Beispiel, auf die Aubart gerne hinweist: Los geht es am 9. März mit dem „Fastnachtsbrennen“. Am ersten Maiwochenende lädt die Gemeinde zur Kirmes ein und am Sonntag vor Allerheiligen zum Adventstreffen vor der Kapelle, bei dem es umsonst Glühwein, Plätzchen und Lebkuchen gibt. Was will man mehr?

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